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17.02.2012
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Amberg
Ende des Stadl-Streits nicht in Sicht
Entscheidung erneut vertagt - CSU und FDP wollen Archiv-Umzug, Kritiker erst einen Ortstermin
Amberg. (tk) Markthalle, Wohnungen, Wirtshaus oder Landesausstellung - Ideen für die Nutzung des Schießl-Stadls gab es in der Vergangenheit immer wieder aufs Neue. Der aktuelle Vorschlag, das Stadtarchiv umzusiedeln, findet derzeit nur bei der CSU und der FDP Unterstützer. Am 17. November vergangenen Jahres stimmten SPD, ÖDP, Freie Wähler und Grüne dagegen. Am Donnerstag ging's deswegen in die nächste Runde. Ohne Ergebnis, dafür aber mit vielen gegenseitigen Vorwürfen und teilweise hitzigen Wortgefechten.
Eine Entscheidung zum Schießl-Stadl wurde am 17. November wegen SPD, ÖDP, Grünen und Freien Wählern auf 16. Februar vertagt. Doch auch am Donnerstag gab es keine Abstimmung über den Archiv-Umzug. Bild: Huber
Bevor die Diskussion entbrannte und die Entscheidung auf die Stadtratssitzung am 5. März vertagt wurde, hatte OB Wolfgang Dandorfer die Informationen und das Konzept nachgeliefert, das die Kritiker vor drei Monaten gefordert hatten. Die wesentlichen Aussagen: Eine gastronomische Nutzung sei im Ende 2006 von der Stadt unterschriebenen Kaufvertrag ausgeschlossen, Wohnungen lehne das Landesamt für Denkmalpflege kategorisch ab. Bliebe also noch der Umzug des Stadtarchivs, das am bisherigen Standort an der Vils von Hochwasser gefährdet und räumlich längst an seine Grenzen gestoßen sei.
VHS Teil des Plans
Dandorfer rechnete vor: 723 Meter Aktenordner türmten sich noch in Ämtern und Behörden, die eigentlich archiviert gehörten. Der OB nannte ein Beispiel, um die Nöte von Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger zu dokumentieren: "Die Baubescheide des letzten Jahrhunderts liegen immer noch im Baureferat." Nach dem Umzug des Stadtarchivs könne sich die Volkshochschule an der Zeughausstraße ausbreiten. "Damit wäre eine Weiterentwicklung der VHS möglich", erklärte der Oberbürgermeister, der die Kosten für die Sanierung des 397 Jahre alten Schießl-Stadls, der ab 1615 als Kurfürstliches Wagenhaus diente, auf bis zu fünf Millionen Euro schätzte. Für Dandorfer schien das Thema im positiven Sinne erledigt, allein die Frage nach dem Zeitplan blieb noch offen.
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Amberg
Ende des Stadl-Streits nicht in Sicht
Entscheidung erneut vertagt - CSU und FDP wollen Archiv-Umzug, Kritiker erst einen Ortstermin
Danach gab es zunächst Kritik von Grünen-Stadtrat Helmut Wilhelm. Er sagte, dass die "Ablesbarkeit der historischen Bausubstanz der Innenräume" erkennbar bleiben müsse. Bei Unterlagen, die in Containern gelagert werden müssten, sei das jedoch nicht gegeben. Die hölzerne Innenkonstruktion sei dann nicht mehr erkennbar, befürchtete Wilhelm. Nachdem Wolfgang Hottner (FDP) und CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann ihre Plädoyers pro Archiv-Umzug gehalten hatten, ergriff SPD-Fraktionschef Florian Fuchs das Wort. Seine Kritik halte sich diesmal in Grenzen. Er bemängelte aber "die formale Darstellung des Ganzen".
Fuchs klagt über Formalien
Dass es sich beim Punkt Schießl-Stadl um einen Beschluss handle, sei aus der Tagesordnung nicht eindeutig hervorgegangen. Zudem vermisste Fuchs in den ihm schriftlich zugegangenen Unterlagen einen Hinweis auf die CD, die ebenfalls verschickt wurde und Informationen beinhaltete, die im November nicht vorlagen.
Danach beteiligten sich mit Ausnahme des schweigenden Dr. Klaus Ebenburger (Freie Wähler) alle Mitglieder mehrfach an der Diskussion (siehe "Wortgefechte"). Zur Abstimmung kam es nicht, da Klaus Mrasek, Chef der ÖDP-Fraktion, beantragte, die Entscheidung am 5. März allen 40 Stadträten zu überlassen. Die CSU stimmte laut ihres Kreisvorsitzenden Martin Preuß "nur ungern" zu - aber sie tat es, nachdem Mrasek auf Nachfragen des OB zugegeben hatte, den Schießl-Stadl noch nicht von innen gesehen zu haben. (Kommentar)
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