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Von Heinrich Mayer  |  17.02.2012  | Netzcode: 3143239  |  625 Mal gelesen.
Bodenwöhr

Läutet das Totenglöckchen?

Bürgermeister prophezeit es für die Ortskernsanierung - Mit 8:8 Rathaus-Projekt abgelehnt

Bodenwöhr. Es ging ordentlich zur Sache. Mal wieder. Dem neutralen Beobachter bei der Gemeinderatsitzung am Mittwochabend schwante angesichts einiger Tagesordnungspunkte nichts Gutes. Er sollte nicht "enttäuscht" werden. So wurde nach langer Auseinandersetzung der Um- und Anbau des alten Rathauses bei Stimmengleichheit "gecancelt".

Für die Bücherei und das Touristik-Büro im alten
Für die Bücherei und das Touristik-Büro im alten Rathaus muss wohl rasch eine andere Bleibe gesucht werden. Der marode bauliche Zustand einer Tragedecke und -wand zwingt dazu. Bild: Götz
Architekt Manfred Brasch aus Regensburg gab sich Mühe. Er liebe wie alle Regensburger alte Häuser, ließ er am Ende wissen. Sie zu erhalten, erfülle mehrere Zwecke, vor allem die Identifikation mit der Ortsgeschichte. Zuvor hatte er die Konstruktionsuntersuchung des bestehenden Gebäudes detailliert erläutert, ebenso den geplanten Anbau im rückwärtigen Hof. In der Zusammenfassung attestierte er dem alten Rathaus einen guten Gesamtzustand. Schneller Handlungsbedarf bestehe hier bei der Decke über dem Erdgeschoss sowie bei der tragenden Innenlängswand im Ostteil. Sie sei unzureichend gegründet.

Räumliche Not beseitigen



Eva Ziegler (CSU) fragte nach der Dimensionierung der Baukörper. 409 Quadratmeter im Alt- und 598 im Neubau umfasst laut Brasch die gesamte Nutzfläche. Bürgermeister Richard Stabl (BLB) erachtete die Maßnahme nochmals als dringend notwendig, schon allein um die räumliche Not der Verwaltung im jetzigen Standort zu beseitigen. Mit dem Anbau würden zudem Flächen wie ein Sitzungssaal geschaffen. Bei einer 70-prozentigen Förderung seien die veranschlagten 1,8 Millionen zu schultern. Zudem diene das Projekt der Weiterentwicklung des Ortes. Damit war die Diskussion eröffnet, ging es "in die Vollen". Auch nach der Sanierung sei das Rathaus noch ein altes Gebäude, betonte Hans Bollwein (CSU). "Viele Räume mit repräsentativem Charakter", machte Randolf Alesch (CSU) aus. Das Raumprogramm sei schlüssig, hielt der Architekt dagegen. Konkurrenz für die benachbarten Gastwirtschaften sah Albert Bauer (CSU) im neuen Gebäudetrakt. "Die Gemeinde hat das Geld nicht, die Verschuldung würde weiter steigen", argumentierte SPD-Rat Josef Kagerer.

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