Von (dpa) |
16.02.2012
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Tegucigalpa
Feuertod hinter Gittern
Vermutlich mehr als 300 Tote in Honduras: Zellen wurden nicht geöffnet
Tegucigalpa. (dpa) Ein verheerender Gefängnisbrand in Honduras hat wohl mehr als 300 Häftlinge das Leben gekostet. Die meisten erstickten, weil sie sich nicht vor den Flammen in Sicherheit bringen konnten.
Die Sicherheitsvorkehrungen hätten die Lösch- und Rettungsarbeiten verzögert, berichteten lokale Medien am Mittwoch. Präsident Porfirio Lobo berief seinen Sicherheitsrat zu einer außerordentlichen Sitzung ein. Das Feuer war aus zunächst unbekannter Ursache am späten Dienstagabend ausgebrochen und erfasste vier Gebäudetrakte der Anstalt nahe der Stadt Comayagua in Zentralhonduras. Die Polizei vermutete, der Brand sei möglicherweise gelegt worden. Ein Kurzschluss wurde aber ebenfalls nicht ausgeschlossen.
Hunderte von Einwohnern aus der Umgebung versammelten sich vor der zur Hälfte zerstörten Haftanstalt, um Informationen über das Schicksal ihrer Verwandten zu erhalten. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, als verzweifelte Angehörige versuchten, auf das Gefängnisgelände vorzudringen.
Den Rettungskräften, die in die brennenden Gebäude eindrangen, bot sich ein Bild des Grauens. Feuerwehrmann Germán Ramos berichtete, in vielen Zellen hätten sich die Körper der Toten gestapelt. "Wir waren dabei zu verbrennen, gerieten in Panik und sie öffneten die Zellen nicht", klagte der überlebende Gefangene Tiberio später im Krankenhaus die Wachmannschaften an. "Wir schrien nach Hilfe, aber sie öffneten nicht, bis ein Sanitäter auftauchte."
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Tegucigalpa
Feuertod hinter Gittern
Vermutlich mehr als 300 Tote in Honduras: Zellen wurden nicht geöffnet
Nach Angaben von Polizeisprecher Héctor Iván Mejía waren zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 820 Insassen in dem für nur 400 Häftlinge ausgelegten Gefängnis. Die Haftanstalt liegt 120 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Tegucigalpa unweit der Straße zur Stadt San Pedro Sula. Viele Gefangene konnten nach diesen Angaben vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden. Dutzende Menschen seien verletzt in Krankenhäuser gebracht worden, die übrigen seien aus dem Gefängnis geflohen.
In den meist überbelegten Gefängnissen von Honduras herrschen oft unmenschliche Bedingungen. Sie sind für maximal 8000 Gefangene ausgelegt. Doch sitzen 13 000 Häftlinge im gesamten Land ein. Immer wieder kommt es zu Meutereien gegen die Haftbedingungen und zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern krimineller Banden. So wurden im Oktober 2011 neun Menschen bei einem Aufstand im Gefängnis von San Pedro Sula getötet.
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