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Von Stefan Zaruba  |  09.02.2012  | Netzcode: 3133514  |  111 Mal gelesen.

Frankreichs Stromlücke muss auch uns elektrisieren

Kommentar von Stefan Zaruba

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" ... aussteigen und anschieben!" Karikatur: Tomicek
Verrückte Situation in Europa: Der Atomriese Frankreich braucht Strom aus dem Aussteiger-Land Deutschland. Und obwohl auch hierzulande der Winter mit Rekordtemperaturen zuschlägt und wir es uns geleistet haben, Reaktoren serienweise in Frührente zu schicken, ist immer noch genug Strom übrig, um den Nachbarn etwas abzugeben.

Spott und Schadenfreude verbieten sich jedoch. Frankreich sollte als Lehrbeispiel dienen. Dafür, wie hilfreich der oft verteufelte international vernetzte Handel mit Energie ist. Frankreichs momentane Stromlücke zeigt aber auch, was passiert, wenn man sich von Energieträgern abhängig macht und Verbrauchsschwankungen nicht abfangen kann. Eine ähnliche Situation erlebt Russland derzeit beim Erdgas. Die tiefen Temperaturen haben den Gasverbrauch der Russen auf Rekordwerte getrieben, was wiederum den Export gen Westen gedrosselt hat. Immerhin: Erdgas lässt sich unterirdisch prima speichern, ein Puffer, der deutschen Haushalten Sicherheit gibt. Aber wie wird das noch beim Strom, wenn wir ihn mehr und mehr aus Solar- und Windenergie erzeugen, ohne ausreichend auf Erzeugungs- und Verbrauchsschwankungen vorbereitet zu sein?

Beim Thema Energie greifen schnell Blütenträume um sich: Alles soll sauber, alles soll bezahlbar und am besten aus eigener Produktion sein. Doch der Weg in ein solches Energieparadies ist steinig und keinesfalls billig. Fehlentwicklungen können sich bitter rächen.

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