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Von Can Merey, dpa  |  08.02.2012  | Netzcode: 3132230  |  101 Mal gelesen.
Neu Delhi

Hoffnungsträger des Urlauber-Paradieses gibt auf

Der erste frei gewählte Präsident der Malediven weicht vor dem Druck der Opposition - Polizisten laufen zu Demonstranten über

Im Anflug auf die Malediven können Urlauber das Paradies bereits erahnen: Inseln im blauen Meer, Korallenriffe zeichnen sich ab. Palmen säumen die weißen Sandstrände. Unmittelbar nach der Landung auf der Flughafen-Insel bringen Wasserflugzeuge und Schnellboote die Touristen in ihre Resorts, die isoliert auf eigenen Eilanden liegen. Keinen Fuß setzen die meisten Urlauber auf die Insel mit der Hauptstadt Male, die vor hässlichen Hochhäusern strotzt - und wo wütende Anhänger der Opposition nun den Präsidenten zum Rücktritt zwangen.

Dabei war Präsident Mohamed Nasheed ein Hoffnungsträger. Als erster frei gewählter Staats- und Regierungschef des muslimischen Landes löste er im Herbst 2008 Maumoon Abdul Gayoom ab. Gayoom war zu dem Zeitpunkt der am längsten amtierende Machthaber Asiens.

Unter seinem Regime war Nasheed als Oppositionspolitiker inhaftiert und gefoltert worden. 30 Jahre lang hatte Gayoom mit eiserner Hand regiert. Mit eiserner Hand gegen den politischen Gegner vorgehen - genau das wollte Nasheed nicht. "Ich will nicht durch Gewalt an der Macht bleiben", sagte Nasheed in seiner Ansprache. Die Amtsgeschäfte übernahm Nasheeds Stellvertreter, Mohammed Waheed Hassan, der auch Unterstützung in Gayooms Partei (PPM) genießt. Der Opposition ging es ohnehin weniger um einen Sturz der Regierung: Ihr war vor allem der charismatische Nasheed ein Dorn im Auge, der Gayoom aus dem Amt gejagt hatte und als "Ikone des Wechsels" gefeiert worden war.

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