Zu den Aussagen von Bürgermeistern über die möglichen Folgen einer Aufgabe des Truppenübungsplatzes Hohenfels durch die US-Armee (AZ, 19. Januar):
Auf das Interview, das die beiden Bürgermeister Peter Braun aus Schmidmühlen und Gerhard Schärl aus Hohenburg der Redaktion ... gaben, kann man nur mit einem Kopfschütteln reagieren. Weil einem ganz einfach die Worte fehlen. Ein Bürgermeister, dessen Gemeinde nicht gerade gesegnet ist mit Arbeitsplätzen, geht mit diesen um, als handele es sich dabei um leere Bierflaschen. 50 Langzeit-Arbeitsplätze, die bei der US-Army in Hohenfels von Schmidmühlener Bürgern in Anspruch genommen werden, betreffen nicht 50 Werktätige in seiner Gemeinde sondern 50 Familien und deren Angehörige!
Auf die Häuslebauer, die ihre Finanzierung gezielt auf die Mieteinnahmen für ihre ausgebauten Wohnungen kalkuliert haben, wird keine Rücksicht genommen. Ebenso ergeht es den Gewerbetreibenden in der Region, die mit ihren Arbeitern und Angestellten seit Jahren im Truppenübungsplatz Hohenfels ihr Brot verdienen.
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07.02.2012
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Briefe an die Redaktion
Was wäre denn, wenn bei uns die Amerikaner abziehen würden? Wir empfehlen Herrn Bürgermeister Braun, einmal seinen Urlaub in Wildflecken zu verbringen. Da kann er sich dann anschauen, was aus einem Ort wird, den die US-Army aufgegeben hat und der Jahrzehnte mit einem Truppenübungsplatz gelebt hat. Da oben ist jetzt "tote Hose". Nachdem die Amerikaner abgezogen waren, brach dort eine gewachsene Struktur zusammen, die über Jahre hinweg gemeinsam mit den Amerikanern aufgebaut war. Der Wohnungsmarkt brach da quasi über Nacht zusammen. Genauso wie die Gastronomie und das übrige Gewerbe, das sich um den Truppenübungsplatz angesiedelt hatte. Da ist auch kein Wind- oder Solarpark entstanden. Wie viele Arbeitsplätze bringt eigentlich ein Solarpark? Oder Windräder? Was wird aus den kleinen Handwerksbetrieben aus der Region, die jeden Tag mit ihren Arbeitern im Lager Hohenfels arbeiten? Wie sollen die Gastronomie und der Handel die Kaufkraft der Amerikaner abfedern ? Einen Naturpark erschließen hört sich wunderschön an. Wir sind schon gespannt, wie sehr sich die Naturschutzbehörde freut, wenn dann im Park Solarfelder und Windräder stehen sollen. Für Wasserauffangbecken ist beim Bund oder Land sicher eine Menge Geld vorhanden, das dann nach Schmidmühlen fließt, nachdem wir erst mit 6 Millionen Euro die Hochwasserfreilegung abgeschlossen haben.
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Briefe an die Redaktion
Herr Bürgermeister Schärl aus Hohenburg spricht gar von einem Glücksfall, wenn die Amerikaner abziehen. ... Sein Steinhaufen von Burg, der mit viel Steuergeld wieder aufgerichtet worden ist, kann ja dann seinen kaum vorhandenen Fremdenverkehr anheben. Wenn wir uns in unseren kleinen Gemeinden hauptamtliche Bürgermeister gönnen ..., dann müsste man doch eigentlich meinen, die wären für uns Bürger da.
Die Bürgermeister aus Vilseck, Hohenfels und Grafenwöhr engagieren sich gemeinsam mit den Betriebsvertretungen und Gewerkschaften und kämpfen um ihre Standorte und unsere Arbeitsplätze. So sollte es auch bei uns sein. Wäre es anders, Herr Braun, wenn wir dieses Jahr Wahlen hätten? Aber Wahlen kommen ja wieder. ... Wir, die Belegschaft aus Schmidmühlen, wünschen uns den Verbleib der US-Streitkräfte in Hohenfels, die über Jahrzehnte hinweg mitgeholfen haben, den Frieden in unserem Land zu erhalten. Ebenso wünschen wir uns den Erhalt unserer Arbeitsplätze und für Schmidmühlen und Hohenburg das Beste für die Zukunft.
Markus Puchta für die Belegschaft aus Schmidmühlen
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Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
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