Von Alexander Pausch |
07.02.2012
| Netzcode: 3131028 | 84 Mal gelesen.
München
Frauen werden zu wenig gehört
Amerikanerin Clinton und Jemenitin Karman kritisieren Geschlechterverhältnis bei Sicherheitskonferenz
Der Blick vom Podium in den Saal des "Bayerischen Hofs" bei der 48. Münchner Sicherheitskonferenz löste bei der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton keinen Jubel aus. Nicht, dass ihr das Publikum nicht gewogen gewesen wäre, im Gegenteil. Doch unter den rund 350 Teilnehmern entdeckte sie zu wenige Frauen. "Als ich bei der Konferenz oben auf der Bühne saß, versuchte ich die Köpfe der Frauen zu zählen - es waren nicht genügend", sagte die Außenamtschefin beim Frauenfrühstück am Sonntagmorgen im Prinz-Carl-Palais am Hofgarten in der Landeshauptstadt.
Männliche Denkmuster
Mit dieser Beobachtung war Clinton nicht allein. Die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman hatte den Staats- und Regierungschefs, Sicherheitspolitikern sowie Militärs, Wissenschaftlern und Unternehmensführern aus mehr als 60 Ländern am Sonntagvormittag vorgehalten, unter ihnen säßen zu wenige Frauen. Zudem warf die 32-jährige Aktivistin die Frage auf, ob nicht männliche Denkmuster die Konflikte in der Welt prägen würden.
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München
Frauen werden zu wenig gehört
Amerikanerin Clinton und Jemenitin Karman kritisieren Geschlechterverhältnis bei Sicherheitskonferenz
Clinton erinnerte in ihrer kurzen Ansprache vor den 60 Teilnehmerinnen des "Women's Breakfast" an die UN-Sicherheitsrats-Resolution 1325 "Women, Peace and Security", die darauf zielt, die Rolle der Frauen in Friedensprozessen und beim Aufbau nach gewaltsamen Konflikten zu stärken. Noch immer würden Frauen fehlen. "Es gibt nicht genügend Frauen an den Verhandlungstischen, Frauenstimmen werden nicht ausreichend gehört", kritisierte die US-Außenamtschefin. Als die Resolution verabschiedet worden sei, sei damit versucht worden, deutlich zu machen, dass "Frauen immer noch weitgehend von den Verhandlungen ausgeschlossen sind, obwohl hauptsächlich Frauen und Kinder Opfer der Konflikte des 21. Jahrhunderts sind". Die wenigen Frauen, die privilegiert seien wegen der Position, die sie bekleiden oder bekleidet haben, wüssten, wie schwer es sei, überhaupt Frieden zu schließen. "Aber der Ausschluss der Frauen, meine ich, macht dies noch schwerer", betonte sie.
Clinton führte Beispiele an für Initiativen der USA und der Nato, um in Konflikten die Rolle der Frauen zu stärken. Etwa in Afghanistan, wo das Ziel sei, bis zum Jahr 2014 rund 5000 afghanische Polizistinnen im Einsatz zu haben. Oder: Das US-Außenamt und das Pentagon hätten bisher 2000 weibliche Friedenssoldaten geschult.
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Frauen werden zu wenig gehört
Amerikanerin Clinton und Jemenitin Karman kritisieren Geschlechterverhältnis bei Sicherheitskonferenz
Unter den 350 Gästen der Sicherheitskonferenz waren 37 Frauen, wie eine Teilnehmerin beim Frauenfrühstück bemerkte. Neben Clinton und Karman waren das unter anderem die kosovarische Präsidentin Atifete Jahjaga, EU-Kommissarin Neelie Kroes und die Chefin der Europäischen Rüstungsagentur, Claude-France Arnould.
Zum zweiten Mal
Das Frauenfrühstück am Rande der Sicherheitskonferenz fand zum zweiten Mal statt. Initiiert worden war es im vergangenen Jahr von "Women International Security Deutschland" und der Hanns-Seidel-Stiftung.
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