Von (eik) |
07.02.2012
| Netzcode: 3130842 | 184 Mal gelesen.
Amberg
Zuhörer gesucht
Der Frauen-Notruf des SkF braucht Verstärkung
Amberg. (eik) Eigentlich muss man nur zuhören können. Das kann fast jeder. Wer darin besonders gut ist, kann anderen eine große Hilfe sein: Als Ansprechpartner beim Notruf für Frauen. Dafür sucht der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) jetzt wieder "offene Ohren". Ehrenamtliche, die ein bisschen Zeit opfern für eine Rufbereitschaft - einmal im Monat nachts. Und an drei bis vier Wochenenden im Jahr.
Theresia Vahle-Röck ist bereit, dieses bisschen Zeit zu opfern. Sie gehört seit 1999 zum Notruf-Team des SkF. Der suchte auch damals Verstärkung. Vahle-Röck fühlte sich angesprochen. Trotzdem zögerte sie zunächst, gesteht sie. Nicht wegen der Rufbereitschaft. Sondern wegen des Buchstabens "k". "Für mich ist es wichtig, dass man nicht katholisch sein muss. Weil das für mich Toleranz bedeutet."
"Von Frau zu Frau"
Sie hat sich trotzdem gemeldet. Und festgestellt, dass das "k" keine Rolle spielt. Frieda Beyer hatte ähnliche Bedenken, als sie sich vor einem Jahr beim SkF gemeldet hat. Doch weil viele Bekannte ihr bescheinigt hatten, dass sie eine gute Zuhörerin sei, "dachte ich mir, lass einfach das ,k' weg": Beyer pickte sich den für sie entscheidenden Buchstaben, das "F", aus der Vereinsabkürzung und gehört seither ebenfalls zum Notruf-Team. "Von Frau zu Frau", wie sie sagt. Sie nennt damit ein weiteres Kriterium, das wichtig ist: Gesucht sind weibliche Ehrenamtliche, weil die Hilfesuchenden auch Frauen sind.
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Zuhörer gesucht
Der Frauen-Notruf des SkF braucht Verstärkung
"Fremdes Leid ertragen"
Die Anruferinnen brauchen tatsächlich oft "nur" jemanden, der zuhört. Der müsse "fremdes Leid ertragen können - auch und gerade, wenn man nichts daran ändern kann", merkt Christine Gunesch an: Sie ist eine der Hauptamtlichen beim SkF, die für den Notruf zuständig ist. Schließlich seien seine Mitarbeiter "keine Problemlöser", die Patentrezepte liefern sollen: Sie böten stattdessen "ein Stück Entlastung, für den Moment". Früher, so Vahle-Röcks Eindruck, habe dafür jeder "gute Seelen" in seinem Umfeld gehabt, "eine gutmütige Tante, die immer da war", auch, um Probleme zu besprechen. Heute, wo "jeder darauf achten muss, dass er sein Auskommen hat", seien solche "Tanten" selten geworden.
Hilfe aus der Distanz
Waltraud Frieser, seit zwölf Jahren im Notruf-Team, teilt diese Ansicht nicht: In einem guten Freundeskreis könne man sich auch heutzutage aussprechen. Doch der Notruf sei neutral - das ist für sie der entscheidende Unterschied: "Da besteht nicht die Gefahr, dass ich mich gleich auf eine Seite stelle. Die Emotion, das Mitfühlen, darf den Verstand nicht ausschalten", betont sie. Gunesch pflichtet ihr bei. "Man braucht eine gewisse Distanz, um den Überblick nicht zu verlieren."
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Der Frauen-Notruf des SkF braucht Verstärkung
Das klingt dramatischer, als es ist. "Bis jetzt hat mich noch nichts belastet", sagt Frieda Beyer über ihren Notruf-Dienst. Den trete man schließlich nicht unvorbereitet an. Die Ehrenamtlichen werden zunächst geschult und entscheiden erst danach, ob sie wirklich einsteigen wollen. Und dann sind da noch die Hauptamtlichen, die den Laien zur Seite stehen, mit Fortbildungen, regelmäßigem Erfahrungsaustausch - und mit der Möglichkeit, die "Profis" auch nachts um Hilfe zu bitten, wenn der Ehrenamtliche tatsächlich einmal an seine Grenzen stößt.
Theresia Vahle-Röck hat das selbst noch nicht erlebt. "Man muss damit zurecht kommen, dass man nicht perfekt ist", so sieht sie es. "Das erwartet auch keiner", bestätigt Hannelore Wehner-Meister, die zweite Hauptamtliche des SkF für den Notruf. Waltraud Frieser findet gerade das interessant - dass jeder der Ehrenamtlichen "auf seine Art das Richtige machen wird", wenn seine Hilfe gebraucht wird.
"Brauche keinen Dank"
Was diese Hilfe bewegen kann, erfahren die Notruf-Mitarbeiter eher selten. Auch damit müssen sie klar kommen. Für Vahle-Röck ist die fehlende Resonanz bei einem anonymen Notruf aber kein Problem. "Man muss sich darüber klar werden, dass man keinen Dank braucht, sondern um der Sache wegen bereit steht." Und dass genau dies hilft. "Das spüre ich sofort am Telefon."
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