Von (dpa) |
06.02.2012
| Netzcode: 3129716 | 58 Mal gelesen.
Berlin/Rom/Belgrad
Schnee, Eis, Kälte lähmen Europa
Teile des Kontinents versinken im Schnee - Hunderte Menschen erfrieren
Der Winter wird immer gefährlicher: Eine Woche nach dem Frosteinbruch machen Schneemassen und Eis Europa zu schaffen. Fast 290 Menschen starben bislang in der Kälte. Der stärkste Schneefall seit Jahrzehnten löste vor allem in Serbien und Italien ein Verkehrschaos aus. In Rumänien und Bulgarien kam nach dem Schnee der Regen und sorgte für tückisches Glatteis. Zehntausende blieben ohne Strom. Soldaten wurden zu Räumarbeiten eingesetzt.
In Mittel- und Süditalien herrschte Winterchaos. Zwei Menschen starben, als Dächer unter der Last des Schnees zusammenbrachen. Bis zu 120 000 Menschen waren zeitweise ohne Strom. Tausende blieben in Zügen oder Autos stecken. In Rom und anderen Städten befreiten Soldaten die Straßen von Schnee und Eis.
"Ausnahmesituation"
Serbien hat nach tagelangen schweren Schneefällen im ganzen Land die "Ausnahmesituation" ausgerufen. Dies sei nicht mit dem Ausnahmezustand zu verwechseln, sagte Innenminister Ivica Dacic. Die "Ausnahmesituation" bedeutet nach Angaben der Regierung, dass alle verfügbaren Mittel zur Linderung des Schneechaos eingesetzt werden. Durch Schneemassen sind 70 000 Menschen von der Umwelt abgeschnitten. Schulen und Univesitäten sollen geschlossen bleiben. Im kroatischen Dalmatien wurde der Notstand ausgerufen.
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Berlin/Rom/Belgrad
Schnee, Eis, Kälte lähmen Europa
Teile des Kontinents versinken im Schnee - Hunderte Menschen erfrieren
Erst Schneestürme, dann Regen in Teilen Bulgariens und Rumäniens. Befahrbar waren praktisch nur die Hauptstraßen auf der Route von US-Außenministerin Hillary Clinton, die sich kurz in der bulgarischen Hauptstadt Sofia aufhielt. In zwei Gemeinden im Süden des Landes wurde nach intensiven Regenfällen der Notstand ausgerufen. Ein Stausee drohte überzulaufen. Der schnell gefrierende Regen verwandelte viele Landstraßen in Rutschbahnen.
Hunderte bereits erfroren
Allein in der Ukraine fanden bislang 131 Menschen den Kältetod. Dort erfroren am Wochenende wieder 30 Bürger bei Rekordtemperaturen von minus 30 Grad; in Rumänien waren es zehn Menschen und damit seit Ausbruch der Kältewelle insgesamt 34. In Polen starben laut Regierung am Samstag und Sonntag 15 Bürger im Frost. Dort erlitten bislang insgesamt 53 Menschen den Kältetod. Im Baltikum kostete der Frost weiteren fünf Menschen das Leben.
Fähre verunglückt
In Italien rammte ein Fährschiff in Civitavecchia nordwestlich von Rom im Schneesturm einen Hafendamm und wurde schwer beschädigt. Das Schiff mit über 300 Passagieren und Besatzung an Bord wurde evakuiert. Auch die Sonneninsel Mallorca erlebt Minusgrade wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Kältewelle drang bis Nordafrika vor. In höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier fiel seit Jahren wieder richtig Schnee. Kinder, die noch nie weiße Flocken gesehen hatten, waren begeistert.
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