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Amberg
Messwein mit bösen Folgen
Serieneinbrecher muss auf Entzug - Lebensunterhalt mit Diebstählen bestritten
Amberg. (e) Der beim Jugendschöffengericht am Amtsgericht als Zeuge aussagende Geistliche hat nach dem Einbruch in sein Pfarrbüro in Amberg verziehen: "Ich muss ja vergeben - von Berufs wegen", ließ er milde wissen auf die Entschuldigung hin. Und so sagte er bei der Rekonstruktion des Einbruchs vor den Prozessbeteiligten: "Sie haben auch Messwein getrunken, dafür gibt's jetzt Wasser und Brot".
Das hat Heiterkeit im tristen Gerichtssaal verbreitet, gleichwohl ist was dran. Denn im Gegensatz zum Herrn Pfarrer vergab Richterin Petra Froschauer nicht: Zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilte sie den jetzt 19-jährigen Karl D. (Name geändert) wegen 13 Fällen von Diebstahls, schweren Diebstahls und Sachbeschädigung. Der "Modus operandi" von Karl D. war von groberer Art und bieder, gewerbsmäßig auf Bargeld ausgerichtet, um über die Runden zu kommen. Seine Werkzeuge waren Brecheisen, Brechwerkzeuge, Sägen, Nageleisen. Sein Einsatzgebiet erstreckte sich auf die Stadt Amberg. Er hat - zweimal war sein Mitangeklagter dabei - wahllos eingebrochen: Eine Musikschule, ein Dienstleistungszentrum in der Marienstraße, darin die Arztpraxen, ein Versicherungsbüro, eine Zimmerei, mehrmals eine Selbstbedienungswaschanlage, Münzautomaten, zwei Mountainbikes, das Sportheim des FC Amberg, eine Bäckerei, die Feuerwehr in Raigering, und ein Pfarrheim eben.Einbruchsschaden und Diebesgut erreichten bereits einen fünfstelligen Bereich, als er ins Fadenkreuz der Polizei geriet und am 31. März 2011 nach Erlass eines Haftbefehls in die U-Haft musste. Der von Rechtsanwältin Susanne Dreßler vertretene Angeklagte hatte eine ganze Latte von Vorstrafen als Hypothek in die Hauptverhandlung mitgebracht. Gegen den jungen Mann wurde wegen seiner Alkohol-und Drogensucht durch Richterin Petra Froschauer der Sofortvollzug durch Unterbringung in eine Entziehungsanstalt angeordnet - das war wohl auch im Sinne der Verteidigung.
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