Von (mor) |
06.02.2012
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Grafenwöhr
Liebeserklärung auf Oberpfälzisch
Hubert Treml serviert im Kultur- und Militärmuseum Lieder "streichzoart und sauschoarf"
Grafenwöhr. (mor) Es ging über die typisch oberpfälzerische Hochwürdiung "Des basst scho" weit hinaus, Hubert Treml begeisterte mit "Freundschaft, Zuneigung und Liebe auf Oberpfälzisch" im Kultur- und Militärmuseum rund 120 Besucher. Mit Gitarre, Mundharmonika und feinsinnig, deftigem Wortwitz gab er nicht nur Anregungen für Liebende.
Elvis Presley (links als Figur) stand Pate für Hubert Tremls "Is scho recht Mama", dass der "King" vor rund 60 Jahren unter den Titel "That's all right Mama" sang. Bild: mor (2)
Das Ambiente im Kastenhaus gegenüber der im Militär-Look gekleideten Elvis-Puppe erhielt gleich eingangs das Prädikat "Wenn i nix sog, dann bassts scho!". Vom fernen Weiden habe er immer das "Bumbern vo Grafawehr" gehört und nun sei er da, zu Lesung und Konzert. Das neueste Büchlein "Du kannst mi gern hom!" gab Treml die Leitline, angeknüpft an das oberpfälzerisch-amerikanische Grafenwöhr. Wie übersetzt man "I love you"? - "I mog di" sei die Antwort, später könne man dann immer noch sagen: "Von Liebe war nie die Rede". "I mog di wiad Sau" sei die ergänzte Grundlage und auch "Du taugst ma ins Kraut" sei ein "Oberpfälzer Special".
Dazu griff der Mann unterm Strohhut in die Saiten und machte aus "Bei mir bist du schee" das "Du taugst ma ins Kraut, dös sog I ganz laut". "Du bist da Sempf auf meina Leberkassemmel - streichzoart und sauschoarf" und "Du bist für mi wöi a frischer Zoigl in da Wüste!", gab Treml aus seinen Sammlungen wieder. Mit dieser "tief verwurzelten Oberpfälzer Sehnsucht" stieg der geborene Weidner zu Liedern ein, die er mit seinen "Pawalatschn" übers Essen singt und gab den Song über die "selbergmachte Erdbeermamalad" weiter. Klatschen, Schnippen und Mitsingen war für das Publikum angesagt.
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Hubert Treml serviert im Kultur- und Militärmuseum Lieder "streichzoart und sauschoarf"
Er sei Bruce-Springsteen-Fan und dieser schrieb für Elvis "Fire", was auf Oberpfälzerisch gleich laute. "That's all right Mama" von Elvis wurde zu "Is scho recht Mama" und die Beatles mussten mit "When I'm 64" und dem "Obladi Oblada, 's Lebm laaft weida" herhalten. Nachdenklich und "romantisch schoi" war auch das "Manchmal", gezupft mit der Gitarre im Stil des Hubert von Goisern.
Antrag mit "Eitz pack mas"
Lehrreich die Episoden zum Lied "Annamirl stait am Stodltoa-Tiarl", das in Waldsassen schließlich "Stodltiarl-Toa" heißt. "Bringst ma a Weizen" wurde ausführlich und heiter erklärt, dass daraus die Schlussfolgerung "Ja, er liebt mich" zu ziehen sei. Wenns ein Heiratsantrag werden soll, reiche in "da Stoapfalz" schon "Eitz pack mas", äußerst beruhigend sei der Antrag "Schaidn loua kimma uns ja imma nu".
Tipps gab Treml auch, wenn es in einer längeren Beziehung mal wieder funken soll, "Wüllst Du mal die Fernbedienung" lautete dazu das Kapitel voll mit Komplimenten für erfahrene Eheleute. "Renna - verrennt, penna - verpennt, heiratn - verheirat!" war eine weitere von Tremls Schlussfolgerungen, die allerdings etwas Anlauf besonders beim weiblichen Publikum brauchten. Nett gereimt und völlig dialektfrei gabs von Seite 98 seines Büchleins die Feststellung: "So mit den Jahren wirst Du - wie unsere Liebe - immer mehr (vom Hungerhaken zum Oberpfälzer Vollweib)". Neue Sprüche und Weisheiten vermutlich fürs nächste Buch sammelte Treml in der Pause und stellte damit fest, dass sein Publikum genau auf seiner Wellenlänge war: "Du bist niat a mal waist", "Lou mi dei Fettstift sei" oder "Du überrollst mi wia a Panzer" las er von den roten Zetteln.
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Hubert Treml serviert im Kultur- und Militärmuseum Lieder "streichzoart und sauschoarf"
Jürgen Schmidschneider vom Heimatverein dankte auch im Namen der mitveranstaltenden VHS für den heiteren Abend. Dinkelbrot und Wein aus Grafenwörth gabs für den Künstler außer der Gage. Schmidschneider regte zum neuen VHS-Workshop an: "Wie lässt sich das Museum für weitere Veranstaltungen nutzen?"
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