Von (bkr) |
06.02.2012
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Kulmain
Zurück in der kuschligen Oberpfalz
Gerd Schönfelder berichtet von der Fulda-Challenge in Kanada - Bis zu minus 50 Grad
Kulmain. (bkr) Rekordwinter, Kälteschock oder schlicht sibirisch. Superlative für die derzeitigen Minusgrade gibt es in Westeuropa viele. Gerd Schönfelder nimmt's gelassen: "Die Kälte ist doch lächerlich." Der Weltbehindertensportler muss es wissen, war er doch bei der Fulda-Challenge im kanadischen Yukon eine Woche lang ganz anderen Temperaturen ausgesetzt. Schon bei der Ankunft in Whitehorse begrüßten ihn 25 Grad unter Null.
Stärke war gefragt als es darum ging, einen über 120 Kilogramm schweren Goldgräbeschlitten zu ziehen.
Mit Kickbox-Weltmeisterin Dr. Christine Theiss trat Schönfelder als eines von zwei Prominententeams an. Die zweite Mannschaft bildeten Moderatorin Lina van der Mars und RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff. Organisiert von Rennfahrer Hans-Joachim Struck, gingen fünf weitere Sportler-Teams an den Start.
Mit der in Bayreuth aufgewachsenen Theiss verstand sich Schönfelder von Anfang an prächtig. Schon die geographische Nähe sorgte für Sympathien. Ein gutes Miteinander war allerdings auch Voraussetzung für einen vielseitigen Zehnkampf unter extremen Bedingungen.
Echt brutal
Nach einer Nacht im warmen Hotel ging es am nächsten Tag in Thermokleidung in die weite, endlose Berglandschaft zum Motorschlitten-Rennen. Als eine echte körperliche Herausforderung entpuppte sich anschließend das Ziehen eines 120 Kilogramm schweren Goldgräberschlittens. Auf Zeit musste das Gefährt über 100 Meter fortbewegt werden. "Das war echt brutal", erklärt der Kulmainer rückblickend. Nur eine kleine Ungereimtheit bei den Regeln war dabei übrigens Schuld, dass Schönfelder "nur" auf dem dritten statt dem ersten Platz landete.
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Gerd Schönfelder berichtet von der Fulda-Challenge in Kanada - Bis zu minus 50 Grad
Dick eingemummt im Schlafsack mit Socken und Sturmhaube folgte eine Nacht im Zelt neben einem kleinen Holzofen. Auf 45 Grad Minus sank dabei die Quecksilbersäule. Und auch am folgenden Tag stieg sie nur um zehn Grad. Dennoch mussten die Starter ran. Per Skating-Ski ging es bei einem Schneesturm 18 Kilometer über einen zugefrorenen See. Weniger kräfteraubend war die vierte Aufgabe "Helikopter-Drop". Dabei galt es, den Piloten eines Hubschraubers in zehn Meter Höhe über einen Zielkreis zu dirigieren, um dann einen Autoreifen in dem Mittelpunkt fallen zu lassen. "Null Punkte erreicht", räumt Schönfelder ein. Nicht, weil er nicht die Mitte getroffen hätte, sondern weil der Reifen wieder aus dem Kreis sprang.
Mit 50 Grad erlebte Gerd Schönfelder in Dawson City neue Tiefstwerte. Ski-Jöring stand hier auf dem Wettkampfplan. Wie beim Wasserski hängt ein Teampartner hinter einem Geländewagen und muss auf Skiern einen Pylonenkurs abfahren, während der andere das Auto steuert.
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Gerd Schönfelder berichtet von der Fulda-Challenge in Kanada - Bis zu minus 50 Grad
Auf sieben Kilometer kürzte der Veranstalter den folgenden Halbmarathon. Minus 48 Grad waren dann doch zu kalt für einen längen Lauf. Ein Autogeschicklichkeitsparcours folgte und ebenso ein Schneeschuhlauf, von dem Schönfelder heute noch schwärmt. Nicht wegen der Außentemperaturen, sondern wegen der Naturschönheit. Vier Kilometer ging es bergauf und dann wieder bergab. "Das machte den meisten Spaß", verrät er dem "Neuen Tag".
Mehr Gaudi als sportliche Herausforderung sah Kulmains bekannter Sportler in der typischen kanadischen neunten Disziplin. Mit Christine Theiss musste er möglichst schnell eine eineinhalb Kilogramm schwere Holzscheibe von einem Baumstamm absägen.
Gerd Schönfelder gestand, zur zehnten Herausforderung nicht angetreten zu sein. Andere folgten ihn. Nur der Gerd hatte einen berechtigten Grund. Es wäre zu viel verlangt gewesen, bei arktischer Kälte auf einem Drahtseil eine 60 Meter breite Schlucht zu überqueren, und das mit nur einem Arm. Die verpasste Übung änderte nichts daran, dass Schönfelder das Rennen der Promis gewann.
Die Kleidung machts
Die zwölfte Auflage der Fulda-Challenge brachte auch die Erfahrung mit: Mit der richtigen Kleidung ist der Kälte bestens beizukommen. "Ich hatte nie kalte Füße", so Schönfelder. Sein Rezept: Kleiden nach dem Zwiebelprinzip und als erste Schicht Unterwäsche aus Wolle.
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