Amberg
Ein sehr gutes Geschäft
Dubiose Organisationen in "mildtätiger" Sache unterwegs
Amberg. (ass) Mal sind es leuchtend orange Eimer, dann wieder lila Körbchen. Mal wollen sie Schuhe, mal ist es gebrauchte Kleidung oder sogar Geschirr. Fast wöchentlich sind in den Amberger Wohngebieten die Sammler unterwegs, die uns von gebrauchten Dingen "erlösen" wollen - und das immer für den guten Zweck. Aber Achtung: Meist sammeln sie nur und ausschließlich für sich selbst.
Der weiße Lieferwagen mit Stuttgarter Kennzeichen ist bis zur Decke vollgestopft mit leeren Plastikkörben. Beinahe im Akkord verteilen junge Männer diese in Vorgärten und auf Hauseingänge. Im Korb ein Zettel, dass man mit der Spende von gebrauchter Kleidung armen Kindern im Kosovo oder sonstwo auf der Welt helfe. Was viele der potenziellen Kleider-Spender nicht wissen: Oft sind die Hilfsorganisationen nur erfunden oder haben ihren guten Namen gegen eine Gebühr an professionelle Sammler vermietet - das ist durchaus Praxis und auch legal. Bei der Stadt Amberg ist diese Problematik natürlich bekannt. "Aber machen können wir nichts dagegen", sagt Pressesprecherin Susanne Schwab. Nur wer seine Körbe oder Eimer auf dem Gehsteig ablade, der unterziehe diesen einer Sondernutzung, für die er eine Genehmigung brauche. Auch die Polizei stehe diesem "Geschäftszweig" machtlos gegenüber. Die Stadt versucht dem Wildwuchs mit der Aufstellung von Altkleidercontainern zu begegnen. Zehn Jahre lang durfte die der Malteser Hilfsdienst nutzen, bevor dieses Recht jetzt turnusgemäß für die nächsten zehn Jahre an das Rote Kreuz gefallen ist. "Wir haben die guten Teile für unsere Auslandseinsätze raus sortiert", so Geschäftsführer Carsten Jakimowicz. Der Rest der Ware gehe an einen Verwerter, ein immer größerer Teil müsse mangels "Masse" zu Putzwolle verarbeitet werden. (Angemerkt)Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
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