Von (wd) |
03.02.2012
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Neustadt/Weiden
"Es gibt bald keine Kirchtürme mehr"
Genossen fordern "regionales Denken" ein - SPD-Kreistagsfraktion zum Meinungsaustausch im Weidener Rathaus
Der erste Eindruck täuscht: Die SPDler in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN "können sehr wohl miteinander", unterstreicht Dagmar Mittelmeier, die Chefin der SPD im Neustädter Kreistag. Mit 14 SPD-Kreisräten kam sie ins Weidener Rathaus, um mit OB Kurt Seggewiß die Linie zu finden, auf die sie sich bei den verschiedenen Themen verständigen wollen. Es gebe, so betont Mittelmeier, in Vielem eine "gemeinsame Gangart".
Die streitbare Genossin stellt klar, dass es zwischen der SPD in Stadt und Land "natürlich" keine Meinungsverschiedenheiten, sondern "allenfalls verschiedene Meinungen in Einzelfragen" gebe. "In der groben Richtung sind wir uns einig." Und außerdem: "Bei uns in der SPD darf jeder seine Ansichten mitteilen. Wir pflegen die Meinungsfreiheit. Wir kennen keinen Maulkorb und wir bestehen darauf, dass es auch in Zukunft so bleibt."
Der Besuch in Weiden diene der Information und Abstimmung. Etwa in den Fragen über die Zukunft des Krankenhauses Eschenbach. Bürgermeister Peter Lehr umreißt die Ergebnisse des harmonischen Gesprächs: Die Innere Medizin soll fortbestehen, das Haus um ein "zweites Segment" Physiotherapie ergänzt werden. Als zusätzliches finanzielles Standbein wird eine Einrichtung für Demenzkranke geschaffen, die ab 1. 7. 2012 in Betrieb geht. Die Genossen fordern zudem massiv die Sicherstellung "der ambulanten chirurgischen Einrichtung". Sie sei zum Beispiel schon allein wegen der vielen Schüler in der ehemaligen Kreisstadt unabdingbar. "Diese Vorgaben sind das Ziel der gemeinsamen künftigen Arbeit", betont Lehr.
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Neustadt/Weiden
"Es gibt bald keine Kirchtürme mehr"
Genossen fordern "regionales Denken" ein - SPD-Kreistagsfraktion zum Meinungsaustausch im Weidener Rathaus
Problem ausgeklammert
Ausgeklammert bleibt bei diesem ersten Gespräch ein weiteres wichtiges Eschenbacher Thema, nämlich die Gründung einer neuer Fach- und Berufsoberschule. Bei einem der nächsten Treffen wollen sich die Genossen dazu sowie über ÖPNV und Zukunft der Arbeitsagentur intensiv austauschen.
Gemeinsam marschieren wollen die Genossen bei der Bewältigung der Energiewende. Und glauben sich dabei auf einem guten Weg. Schließlich bauen Stadt und Land auf die Genossenschaften NEW West, Beon und (seit Mittwoch) auf die "Neue Energien Naturparkland". Am 14. Februar (Valentin) wird in Eslarn die Zeno GmbH aus der Taufe gehoben. "Wichtige Weichen sind gestellt", sagt dazu Dagmar Mittelmeier. Damit stünden die Chancen gut, dass auch im Osten der Stadt Weiden "etwas vorangeht". Ziel sei es, so Seggewiß und Grafenwöhrs Bürgermeister Helmut Wächter, diese Genossenschaften "irgendwann" zu einer großen, leistungsfähigen Gruppe zu verschmelzen.
Mit ihrer Finanzkraft und ihrem Know-how sollten die Stadtwerke Weiden und die Stadtwerke Grafenwöhr die Rolle des Motors bei der Energiewende übernehmen. Vor allem gelte es, auch die Finanzierung von Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien auf die Beine zu stellen, unterstreicht OB Seggewiß.
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Neustadt/Weiden
"Es gibt bald keine Kirchtürme mehr"
Genossen fordern "regionales Denken" ein - SPD-Kreistagsfraktion zum Meinungsaustausch im Weidener Rathaus
Ein "neues Denken" mahnt Bürgermeister Johann Kick aus Flossenbürg an. "Es gibt bald keine Kirchtürme mehr. Es gibt nur die Region. Jeder wird vom anderen profitieren." Es werde viel über Abstandsregelungen von Windräder oder Biogas-Anlagen gesprochen, die festzulegen seien. "Wir sind keine Energiepäpste", schränkt der Bürgermeister die Rolle Flossenbürgs ein. Die Gemeinde habe sich frühzeitig mit der Gründung eines Kommunalunternehmens befasst. "Der Bau des Solarparks war ein erster Schritt." Die Gemeinde weise Flächen für Erneuerbare Energien aus und versuche, alle Synergieeffekte zu nutzen.
Vertrauen gewinnen
Entscheidend für den Erfolg sei, die Bürger bei den geplanten Projekten "mitzunehmen". "Wir müssen vermeiden, dass Barrieren aufgebaut werden. Wir müssen Vertrauen gewinnen und ehrlich miteinander umgehen. Wenn jede Gemeinde ihr Projekt hat, wird unsere Region Zeichen setzen", meint Johann Kick.
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