Von (zm) |
03.02.2012
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Ammerthal
Im Wettlauf mit der Vernunft
Bürgerversammlung versucht den Dialog
Ammerthal. (zm) Sie wollte es sich nicht nehmen lassen, schließlich war es eine Bürgerversammlung. Ammerthals Bürgermeisterin Alexandra Czarnec zeichnete am Donnerstag in ihrem Bericht das Bild einer dörflichen Gemeinschaft, die eigentlich gut funktioniert: wenig Schulden, viel Vereinsmiteinander, kleine Erfolge, die gerne groß gefeiert werden. Eigentlich.
Denn seit Dezember knarzt es ganz gewaltig im dörflichen Gebälk. Und zwar so gewaltig, dass sich in der Schulturnhalle inzwischen eine feste Sitzordnung herauskristallisiert hat. Vom Podium aus gesehen rechts die Initiatoren eines Bürgerentscheids zur künftigen Ausgestaltung der Trinkwasserversorgung im Ort, links die Befürworter einer langfristigen Selbstständigkeit mit eigener Aktivkohlefilterung. Letzteres entspricht der bestehenden Beschlusslage, die per Bürgervotum erklärtermaßen gekippt werden soll.
Um Ausgleich bemüht
Wohl fast 250 von knapp 1700 Ammerthaler Wahlberechtigten waren zu diesem Abend gekommen und die Bürgermeisterin hatte sich sichtlich Mühe gegeben, die bestehenden Fronten nicht von Beginn an aufeinanderprallen zu lassen. Der Ort gehöre "ja uns allen", versuchte Czarnec ein Wir-Gefühl zu wecken. "Gut und richtig und wichtig" sei es deshalb, dass "alle gemeinsam, Neubürger und Alteingesessene" am Strang des Dorflebens ziehen würden.
Aber wenige Sätze später merkte die Bürgermeisterin ebenso an: "Nicht immer steht das Wohl der Allgemeinheit im Vordergrund, sondern ganz subjektive, persönliche Interessen." Dann sei es "schwer, vielleicht auch gänzlich unmöglich, einen gemeinsamen Nenner" zu finden. Das war die vornehme Umschreibung des momentanen Konflikts, der offensichtlich von Emotionen, Loyalitäten und Animositäten im Dorf zumindest mitbestimmt wird.
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Ammerthal
Im Wettlauf mit der Vernunft
Bürgerversammlung versucht den Dialog
Mittendrin an diesem Abend die Spitzenbeamten dreier beteiligter Behörden. Auf vermintes Gebiet der Parteinahme wollten sie sich partout nicht locken lassen, doch der Pro-Flügel der Ammerthaler Trinkwasserselbstständigkeit ließ sie nicht auskommen. Szenenapplaus gab es, wenn behördliche Zustimmung selbst nur erahnbar erschien, weil der beschlossene Weg als rechtlich beschreitbar dargestellt wurde.
Diffuse Ängste
Eisiges Schweigen dagegen, als eventuelle Versäumnisse angedeutet oder der Mangel einer auch nur ansatzweisen Erwägung von Alternativlösungen angesprochen wurden. Offen enttäuscht zeigte sich die Initiative "Pro Wasser aus Amberg" über das Statement von Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey. Er sprach von einem "politisch festgelegten" Grenzwert, da selbst eine x-fache Überschreitung bei Atrazin (0,1 Mikrogramm pro Liter) kein gesundheitsgefährdendes Potenzial toxikologisch nachweisbar mache. Das ändere jedoch überhaupt nichts daran, dass der Grenzwert strikt einzuhalten sei.
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Ammerthal
Im Wettlauf mit der Vernunft
Bürgerversammlung versucht den Dialog
Die Sorge um die Gesundheit und eventuell explodierende Kosten einer dauerhaft selbstständigen Trinkwasserversorgung treibt die Ammerthaler Befürworter eines Bürgerentscheids um. Sie wähnen sich nicht auf einer Insel der Dorfseligkeit. Warum sonst habe Ammerthal die Eigenständigkeit in der Abwasserentsorgung aufgegeben, wurde beispielsweise einmal ganz gezielt nachgefragt. Eine Antwort blieb aus.
Sorge ums Image
Andere machten sich derweil Sorgen um das Ansehen von Ammerthal und befürchteten, künftig als die Dorfdeppen der Landkreisnation dazustehen. Die anfängliche Streitlust, hatte es nach drei Stunden den Anschein, schlägt immer mehr in Nachdenklichkeit um. (Im Blickpunkt)
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