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Von Hans Klemm  |  04.02.2012  | Netzcode: 3128092  |  114 Mal gelesen.

Angela Merkel in China: Bittstellerin für die Euro-Länder

Kommentar von Hans Klemm

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"Du hast dir keinen Bären aufbinden lassen, oder?" Karikatur: Tomicek
China gilt als das Land schlechthin, das seinen Gästen mit ausgesuchter Höflichkeit begegnet. Es sei denn, der Besucher trifft Anstalten, sich in die "inneren Angelegenheiten" einzumischen. Da kennt die Staats- und Parteiführung kein Pardon. Angela Merkel, willkommen geheißen als "alte Freundin", bekam das deutlich zu spüren. Pflichtschuldig sprach die Kanzlerin die Unterdrückung der Menschenrechte an. Das gehört zur Routineübung demokratischer Gäste und wird in Peking auch als solche abgetan.

Diesmal griff der Apparat aber zur verschärften Version, zu einer Art Kontaktsperre für die Kanzlerin. Das zeugt von einem weiter gewachsenen Selbstbewusstsein des Regimes, das sich wirtschaftlich und bald auch militärisch als Weltmacht sieht. Merkel fiel die undankbare Rolle zu, als Bittstellerin für die von Schulden gebeutelte EU aufzutreten. China sitzt auf einem mit 3,18 Billionen Dollar prall gefüllten Geldsack. Es wäre ein Leichtes, in europäische Staatspapiere zu investieren und damit auch noch ordentliche Zinsen zu kassieren.

Zusagen wollten die Chinesen der Euro-Retterin nicht geben, stattdessen setzte es Ermahnungen in Richtung EU: Sparen und zugleich investieren, "schmerzhafte Entscheidungen" seien zu treffen, endlich die Hausaufgaben zu erledigen. Sehr selbstbewusste Töne für ein Land, das selber vor gigantischen Herausforderungen steht.

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