Nabburg
"Ankerplatz" für Bootswanderer
Tourenanbieter stellt "Auf der Lanze" Indianerzelte auf - Bauausschuss für Pachtvertrag
Nabburg. (ihl) Hinter der sachlich nüchternen Formulierung unter Punkt drei der Tagesordnung für die Sitzung des Bauausschusses am vergangenen Donnerstag "Errichtung eines Zeltlagerplatzes mit Sanitärräumen an der Naab" steckt ein Gemeinschaftserlebnis auf dem Wasser und dem Land für Gruppen jeder Art. Das Gremium ist mit dieser Form der Freizeitgestaltung einverstanden und stimmte einem dreijährigen Pachtvertrag mit Herbert Huber aus Immenreuth (Landkreis Tirschenreuth) zu.
Die Ausschussmitglieder hatten allerdings Informationsbedarf und den sättigte Bürgermeister Armin Schärtl. Auf dem derzeit vereisten und verwaisten Gelände in der Nähe der alten Stockbahnen werden Sanitärcontainer aufgestellt - auf Stelzen aus Gründen des Hochwasserschutzes. Die Erschließung ist gewährleistet. Kosten für Wasseranschluss und Abwasserentsorgung trägt der Pächter Herbert Huber. Zusätzlich werden von Ostern bis zum Herbst dort tageweise größere Indianerzelte aufgebaut.Bootswanderer, im Schnitt etwa 20, werden an Land gehen und "Auf der Lanze" übernachten. Der Immenreuther organisiert diese ausschließlich geführten Kanadiertouren auf der Naab für Schulklassen, Vereine oder Firmen. Für diese Saison geht er davon aus, dass er an 40 Tagen den Lagerplatz nutzen wird, zum Beispiel wie er auf NT-Anfrage vom Freitag sagte, am 21. und 22. Juli mit zwei Reservistenvereinen. "Wir werden alles, was Nabburg zu bieten hat, nutzen", etwa auch Gästeführungen.
In Verhandlungen ist Huber bereits mit dem Betreiber des Sportheims, dass dieser für die Gruppen Frühstück bereitstellt oder die Verpflegung übernimmt. Die Leute werden nie alleine gelassen, an Ort und Stelle werden Bogenschießen oder Teamgeist fördernde Spiele organisiert. Eingezäunt wird das Areal nicht. "Da werden nur bunte Pfähle an den Ecken aufgestellt. Ich bin am Land aufgewachsen und es gibt nichts Schöneres als wenn man an allen Seiten vom Grundstück weggehen kann." Eingesetzt wird auf der Naab in Luhe-Wildenau. Je nach Tourdauer können die Teilnehmer bis Regensburg paddeln. Die meisten mehrtägigen Touren führen bis Schwarzenfeld oder maximal Schwandorf-Froberg. Als Tagespensum gilt Luhe-Wildenau - Nabburg. Huber stellte im Gespräch klar, dass er keine Boote verleihe, sondern nur Touren mit ausgebildeten Guides im Programm habe. Für ihn ist Nabburg als Anlegestelle optimal. Der Platz liegt unmittelbar am Wasser und günstig, sprich fußläufig, zur Stadt. Auch Bürgermeister Schärtl rechnet damit, dass Nabburg von diesem Zeltlagerplatz profitiert. Seines Wissens nach steckt in Bootstouren noch Potenzial. Huber pflichtet ihm bei. "In den letzten drei bis vier Jahren ist es im Kommen." Huber nutzt nur Gewässer in Nordbayern und im benachbarten Böhmen.
Das Gelände wird zunächst für drei Jahre verpachtet, örtliche Veranstaltungen sollen dort aber stattfinden können, entschied der Bauausschuss und war sich auch einig: "Wir sollten ihm eine Chance geben."
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