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Gottsche:
Tisch wäre reich gedeckt
Für Martin Gottsche vom Forstrevier Eschenbach sind Wölfe im Landkreis nur eine Frage der Zeit
Gottsche:. Neustadt/WN. (phs) Vor wenigen Tagen tappte ein Wolf im Fichtelgebirge in eine Fotofalle, am Mittwoch wurde ein Artgenosse angeblich bei Waldthurn gesehen. Martin Gottsche, forstlicher Berater des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald, hält es durchaus für möglich, dass die Tiere sich bald öfter im Landkreis sehen lassen.
Herr Gottsche, wie sehr hat Sie die Meldung vom Wolf in Waldthurn überrascht?Gottsche: Eigentlich gar nicht. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind bereits über zehn Rudel nachgewiesen, vor allem auf ehemaligen oder noch intakten Truppenübungsplätzen. Dass von denen mal einer zu Besuch kommt, war zu erwarten. Beim Luchs war es ähnlich.
Warum taucht der Wolf gerade im östlichen Landkreis auf?
Dort könnte eine Wanderroute über Böhmen vorbeiführen. Man denke an den Luchs und den Elch, die gesichtet wurden. Bei Waldthurn soll sich der Wolf ja bei einem Rotwildgehege aufgehalten haben. Bei diesem Wetter hat er bestimmt Hunger, also ist dieser Standort nahe liegend.
Auch tagsüber?
Das ist es, was mich an der Geschichte stutzig macht. Der Wolf ist nachtaktiv und gilt als scheu.
Wie groß sind die Chancen, dass er in der Nordoberpfalz wieder heimisch wird?
In Brandenburg ist er aus Polen zugewandert, da hat es zehn Jahre gedauert, bis Nachwuchs und neue Rudel festgestellt wurden. Wölfe brauchen viel Platz, den sie dort haben.
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