Von Carsten Rave, dpa |
03.02.2012
| Netzcode: 3126856 | 153 Mal gelesen.
Berlin
Gottes Zoo ist unerschöpflich
Jauchs Dauerbrenner: die 1000. Sendung "Wer wird Millionär?"
Berlin. Wer über Jahre beharrlich sein Steckenpferd reitet, setzt sich dann und wann einer lästigen Frage aus: "Und wie lange noch?" Dieses Nachbohren hat Günther Jauch immer wieder zu erdulden. Beispielsweise beim RTL-Magazin "Stern TV", das er inzwischen tatsächlich beendet hat, und auch bei seinem RTL-Erfolgsquiz "Wer wird Millionär?" (WWM).
Regelmäßig fiebern viele Millionen TV-Zuschauer mit Günther Jauchs Kandidaten im RTL-Quiz "Wer wird Millionär?". Jetzt bestreitet der Publikumsliebling die 1000. Ausgabe. Bild: dpa
Jetzt hat ihn sogar sein eigener Sender mit der Frage konfrontiert, wie denn seine Zukunftserwartungen bei "Wer wird Millionär?" seien. Und dafür gibt es auch einen ganz triftigen Grund: Der 55-jährige Jauch moderiert heute seine 1000. Ausgabe seit dem Start im September 1999.
"WWM ist meine Sendung", liefert der Publikumsliebling als maßgerechte Antwort im RTL-Presseheft. "Ich hätte am Anfang selber nie gedacht, dass das so zu meinem Format werden würde. Das ist es mittlerweile. Ich hoffe, dass das noch eine ganze Weile so bleibt." Gottes großer Zoo sei einfach unerschöpflich, "und so mache ich mir keine Sorgen, dass die Sendung jemals langweilig werden könnte".
"Telefonjoker" im Duden
Jauch ist inzwischen mit seinem aus England stammenden TV-Spiel zu einer Ikone des deutschen Fernsehens geworden. "Wer wird Millionär?" ist aus deutschen Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken, das Quiz gibt es als Gesellschaftsspiel, für einsame Alleinunterhalter auch als App fürs I-Phone. Und Begriffe wie "Telefonjoker" und "Publikumsjoker" haben es schon in den Duden geschafft. Ein Ende seiner Show ist in der Tat nicht abzusehen. Denn Jauch hat - auch wenn darüber immer nur spekuliert wird - einen handfesten Grund, seine prominente Nase in die Kamera zu halten: Ohne seine Bildschirmpopularität würde auch seine Produktionsfirma I&U schlechter laufen. I&U stellt inzwischen für viele Sender Unterhaltungsformate und Talks her.
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Berlin
Gottes Zoo ist unerschöpflich
Jauchs Dauerbrenner: die 1000. Sendung "Wer wird Millionär?"
Geringe Gage
Ein Oberpfälzer Sieger: Günther Jauch gratuliert am 18. Dezember 2002 seinem ersten Euro-Millionär, dem aus Ensdorf bei Regensburg stammenden Studenten Gerhard Krammer. Bild: dpa
Auch seine politische ARD-Gesprächsrunde produziert Jauch mit der Firma, nicht aber seine RTL-Show. Dafür ist die Deutschland-Tochter des holländischen Produktionsgiganten Endemol zuständig. Das soll ihn immer ein wenig gewurmt haben, wissen Eingeweihte, denn so musste sich Jauch immer mit einer vergleichsweise geringen Moderatorengage begnügen, obgleich er mit seinem Quiz dem Sender hohe Werbeeinnahmen bescherte.
Die Show ist Kult, sie ist kaum aus dem TV-Alltag wegzudenken, auch Jauchs typisches Auftreten nicht: Manchmal, das weiß der erfahrene WWM-Zuschauer, mag Jauch Kandidaten, manchmal nicht: "Leute, die ewig brauchen, keine Antwort wissen, es aber nicht zugeben und immer wieder fragen, ob ich ihnen nicht helfen kann", erzählt er. "Das sind Kandidaten, bei denen ich auch ein bisschen grantig werden kann." Dagegen liegen "mir eher Kandidaten, die auf Risiko gehen, die sich was trauen und die dieses Zocker-Gen in sich haben."
Ex-"Wetten, dass..?"-Zugpferd Thomas Gottschalk, 24 Jahre in Amt und Würden, gehört zu Jauchs engsten Vertrauten. In der Kombination aus Langlebigkeit, Häufigkeit und Einschaltquote sei WWM nach dem Rücktritt von Thomas Gottschalk "im Moment insgesamt die erfolgreichste Sendung im deutschen Fernsehen", sagt Jauch. "Darüber bin ich natürlich sehr froh, und wenn ich so lange wie Thomas dabei bleibe, haben wir gerade erst die Halbzeit erreicht."
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