Amberg/Schwandorf
Blankes Entsetzen
Kinderschänder muss neun Jahre in Haft
Weil er über eineinhalb Jahrzehnte hinweg seine beiden Nichten und eine Großnichte sexuell missbrauchte, ist ein heute 36-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Vor der Jugendkammer des Landgerichts Amberg bestritt der Mann bis zum Ende des dreitägigen Prozesses jegliche Tatbeteiligung. Deswegen mussten die Opfer, zwei von ihnen heute bereits im Erwachsenenalter, vor der Kammer aussagen.Die im Jahr 1996 begonnene und vier Jahre später endende Serie übelster sexueller Übergriffe auf die zum Tatzeitpunkt allesamt im Kindesalter befindlichen Mädchen löste im Verlauf des über weite Strecken hinweg nichtöffentlichen Verfahren blankes Entsetzen bei den Richtern aus. Die Jugendkammer des Gerichts hielt den 36-Jährigen schließlich in 25 Fällen des sexuellen Missbrauchs und in 6 Fällen des schweren Missbrauchs für überführt.
Vertrauen ausgenutzt
Der Mann, hieß es in der Urteilsbegründung, habe seine Vertrauensposition als Onkel dazu benutzt, um über die Kinder herzufallen. Die Verbrechen spielten sich in mehreren zum Verwandtschaftskreis gehörenden Wohnungen ab, nicht selten kam dem Beschuldigten die Aufgabe zu, auf die Mädchen aufzupassen.
Nach dem Ende der umfangreichen Beweisaufnahme hatte die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft beantragt. Die Kammer musste in ihrer Beratung berücksichtigen, dass sich die einschlägigen Gesetze seit 1996 mehrfach geändert hatten.
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