Von (duf) |
02.02.2012
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Regensburg
Schule mit einem guten Draht nach ganz oben
Nach dem "Marchtaler Plan": Alternatives Unterrichtskonzept an der kirchlichen Bischof-Manfred-Müller-Schule wird gut angenommen
Neulinge erleben an der Bischof-Manfred-Müller-Schule in Regensburg erst einmal eine Überraschung: An der einzigen Katholischen Freien Grund- und Mittelschule der Diözese Regensburg gibt es keinen Religionsunterricht. Vielmehr soll die religiöse Einstellung alle Fächer und Projekte durchdringen. Schulleiter Konrad Wacker ist zutiefst überzeugt von dem in der Oberpfalz einmaligen Modell.
Vernetzte Fächer
Seine Schule folgt dem "Marchtaler Plan", den die Diözese Rottenburg-Stuttgart für Katholische Freien Schulen entwickelt hat. Dazu gehört ein vernetzter Unterricht, in dem die Fächer Religion, Deutsch sowie Heimat- und Sachkunde projektartig verbunden werden. "Wir wollen kein isoliertes Fachwissen vermitteln, sondern die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln kreativ betrachten", erklärt Schulleiter Wacker das ganzheitliche Konzept.
Ungewöhnlich scheint auf den ersten Blick auch die "freie Stillarbeit", der sich die Klassen der Bischof-Manfred-Müller-Schule wöchentlich acht Stunden lang widmen. Die Schüler bekommen dafür Übungsaufgaben gestellt, die sie in relativer Freiheit selbstständig lösen sollen. Erlaubt ist es dabei, in Gruppen oder einzeln zu arbeiten, auf seinem Platz zu bleiben oder auch herumzugehen - solange die Flüstersprache eingehalten wird und niemand gestört wird.
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Regensburg
Schule mit einem guten Draht nach ganz oben
Nach dem "Marchtaler Plan": Alternatives Unterrichtskonzept an der kirchlichen Bischof-Manfred-Müller-Schule wird gut angenommen
Eine zusätzliche Lehrkraft hilft in diesen acht Stunden bei Fragen weiter. "Dass die Kinder ihre eigenen Entscheidungen treffen können, bewirkt ein sehr viel größeres Wohlbefinden", sagt Wacker.
Die dritte Säule des "Marchtaler Plans" bildet der Morgenkreis mit christlichem Schwerpunkt am Beginn jeder Woche. Dort ist Zeit für Sinnes- und Partnerübungen, Meditation, biblische Erzählungen und das Feiern von Festen im Kirchenjahr. Die Persönlichkeitsentwicklung ist es, die an der Bischof-Manfred-Müller-Schule im Mittelpunkt steht.
Das Konzept der Schule scheint aufzugehen. Mit Vandalismus, Schlägereien und Drogen habe man an der Mittelschule vergleichsweise wenige Probleme, berichtet Wacker. Die Zahl der Übertritte auf das Gymnasium nach der Grundschule sei sehr hoch, die Ergebnisse der "Quali"- und M-Klassen seien im Durchschnitt besser als an den Regelschulen.
Große Nachfrage
Entsprechend groß ist die Nachfrage der Eltern. Nach ihrer Gründung durch den früheren Regensburger Bischof Manfred Müller startete die Schule 2001 gleich mit drei ersten Klassen, dann kam jedes Jahr eine neue Jahrgangsstufe dazu. Heute besuchen 580 Jungen und Mädchen von der ersten bis zur neunten Klasse die Schule; dazu kommt eine M10-Klasse. In den ersten vier Jahren ist die Ganztagsschule optional, ab der fünften Klasse ist der Unterricht für alle Schüler von acht bis 16 Uhr verpflichtend. "Das ist ein langer Arbeitstag", räumt Wacker ein. "Der Unterricht findet aber so rhythmisiert statt, dass eine große Erschöpfung ausbleibt."
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Regensburg
Schule mit einem guten Draht nach ganz oben
Nach dem "Marchtaler Plan": Alternatives Unterrichtskonzept an der kirchlichen Bischof-Manfred-Müller-Schule wird gut angenommen
Angesichts der großen Nachfrage kommt die Schule an einem Auswahlverfahren nicht vorbei. So müssen die Kinder genauso wie beide Eltern ein christliches Bekenntnis haben. Jedes Jahr werden gleich viele Buben und Mädchen aufgenommen. Außerdem haben Geschwisterkinder und soziale Härtefälle Vorrang. Das Schulgeld liegt pro Monat zwischen 50 Euro in der Grundschule und 170 Euro für das Ganztagspaket in der Mittelschule. Der Unterstützung des jetzigen Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller ist sich Schulleiter Wacker sicher.
Bischof Müller sehe in der Schule die Möglichkeit der Neuevangelisierung, über 500 Familien könne die Kirche so erreichen. Und tatsächlich beobachtet Wacker immer wieder, wie Eltern der Kirche zunächst kritisch gegenüber stehen, über die Schule ihrer Kinder aber wieder einen Zugang zu Pfarreien finden.
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