London
"Charme-Offensive" der Taliban
Nato-Bericht: Radikale Islamisten versuchen, in Afghanistan wieder Fuß zu fassen
Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan wollen nach einem Bericht der "Times" nach einem Abzug ausländischer Truppen die Macht im Land wieder übernehmen. Mit westlichen PR-Methoden versuchten sie, bei der Bevölkerung Fuß zu fassen.So hätten sie etwa ein System von Service-Telefonnummern eingerichtet, unter denen Fälle von Korruption der afghanischen Regierung unter Präsident Hamid Karsai gemeldet werden könnten, berichtete die Zeitung am Mittwoch. Die "Charme-Offensive" der Koranschüler habe Erfolg, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen geheimen Nato-Bericht, für den 27 000 Verhöre von gefangen genommenen Taliban- und Al-Kaida-Kämpfern ausgewertet wurden. Der Zulauf von Gesinnungsgenossen und das Spendenaufkommen seien im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Während der Einfluss von Al-Kaida schwinde, steige der der Taliban immer weiter.
Inzwischen hätten sogar Regierungsmitarbeiter begonnen, ihre Fühler in Richtung Taliban auszustrecken. So wollten sie ihre Pfründe für den Fall sichern, dass die Aufständischen wieder die Macht im Land übernehmen sollten.
Der britischen BBC zufolge hat die Nato auch Beweise für eine direkte Unterstützung der Taliban durch die pakistanischen Sicherheitskräfte. Die BBC habe Einsicht in das geheime Dokument bekommen, berichtete der Sender. Ein Sprecher der Nato-geführten Schutztruppe Isaf in Kabul bestätigte die Existenz des Berichtes, warnte allerdings vor Fehlinterpretationen.
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