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Düsseldorf/Espoo
Edelstahl-Ehe startet mit Jobabbau
Finnischer Konzern übernimmt Inoxum und baut danach in Deutschland 850 Stellen ab
Düsseldorf/Espoo. (dpa) Outokumpu geht mit hohen Verlusten in die frisch besiegelte Edelstahl-Ehe mit der ThyssenKrupp-Tochter Inoxum und will 1500 Stellen streichen. In Deutschland seien 850 Arbeitsplätze betroffen, teilte der finnische Edelstahl-Hersteller am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ThyssenKrupp in Düsseldorf mit. Der Abbau der Arbeitsplätze sei bis zum Jahr 2016 vorgesehen.
In Deutschland ist nach Angaben von Outokumpu neben der bis Ende 2013 geplanten Schließung des Schmelzbetriebs in Krefeld (400 Mitarbeiter) bis Ende 2016 auch das Aus für den Schmelzbetrieb in Bochum (450 Mitarbeiter) geplant. Eine "finale Entscheidung" zu der geplanten Schließung in Bochum werde jedoch erst 2015 fallen, sagte Outokumpu-Chef Mika Seitovirta. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2015 an den deutschen Inoxum-Produktionsstandorten ausgeschlossen. Außerdem wurde vereinbart, bis zu 600 Inoxum-Mitarbeitern in Deutschland Arbeitsplätze bei Thyssen-Krupp anzubieten.
Kompetenzzentrum
Das finnische Unternehmen kündigte an, das aktuelle Investitionsprogramm in Höhe von 240 Millionen Euro für die verbleibenden Aktivitäten am Standort Krefeld fortführen zu wollen. Ziel dabei sei es, Krefeld zum europäischen Kompetenzzentrum unter anderem für kaltgewalzte Stähle auszubauen. Investitionen von weiteren 90 Millionen Euro seien an anderen Standorten in Deutschland geplant. Outokumpu verbuchte 2011 einen Nettoverlust von 186 Millionen Euro, nach einem Minus von 124 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Wie das Unternehmen in Espoo bei Helsinki mitteilte, brachte das vierte Quartal des letzten Jahres ein Minus von 118 Millionen Euro nach 135 Millionen Euro Verlust in den direkt vorausgegangenen drei Monaten. Outokumpu-Chef Seitovirta erklärte, auch zum Jahresabschluss seien die Geschäftsergebnisse wegen "begrenzter Nachfrage auf dem Markt" unbefriedigend geblieben. Das Unternehmen schreibt seit 2008 rote Zahlen. Auch Inoxum schloss das Geschäftsjahr 2010/2011 (30. September) mit roten Zahlen ab. Nach einer Wertberichtigung von 800 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Verkauf blieb ein Minus vor Zinsen und Steuern von 785 Millionen Euro.
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