Von Corinna Groth |
01.02.2012
| Netzcode: 3124398 | 293 Mal gelesen.
Bach als Weckruf, Superman am Abend
Stürmisch gefeierte Bläser von Harmonic Brass bieten in einem Konzert musikalische Essenz eines ganzen Tages
Amberg. Zarte Klänge eines Horns schwebten durch die dunkle Paulanerkirche, in einer anderen Ecke fiel eine Posaune ein. Trompeten antworteten. Musik erwachte und stieg wie aus dem Nichts empor. Sie entfaltete sich wie das erste Leuchten der Morgensonne. Langsam wurde es hell, die Bläser von Harmonic Brass gingen nach vorn in den Altarraum. Mit der zauberhaften "Morgenstimmung" aus Griegs Peer-Gynt-Suite begann das Konzert unter dem Titel "One day of music". Es war die musikalische Essenz eines ganzen Tages.
Hornist Andreas Binder stellte die Werke in einen Zusammenhang als Tagesablauf. Verdeutlicht wurde das durch eine große Uhr auf der Bühne. Da gab es als prachtvollen Weckruf Bachs "Toccata und Fuge d-moll", eine Arie aus Händels Oper "Xerxes" für ein geruhsames Vormittagspäuschen, und am Abend ein dramatisches Medley mit Filmmusiken des großen Kino-Komponisten John Williams aus "Jurassic Park", "Superman" und "Indiana Jones".
Alle Stücke, die Harmonic Brass spielten, waren Bearbeitungen des Trompeters Hans Zellner, der unterschiedlichste Original-Instrumentierungen umsetzt. Dabei gelingt es ihm, das Wesen des Stücks einzufangen und ihm zugleich durch das Arrangement für Bläserquintett einen überraschenden, ganz eigenen Pfiff zu geben. Die Arrangements lebten durch das virtuose Können der Musiker. Die Trompeter Zellner und Gergely Lukàcs, Hornist Binder, Posaunist Thomas Lux und Manfred Häberlein (Tuba) waren großartig. Jeder einzelne von ihnen hat ausgereifte solistische Qualitäten, gemeinsam sind sie einen vollendetes Ganzes.
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Bach als Weckruf, Superman am Abend
Stürmisch gefeierte Bläser von Harmonic Brass bieten in einem Konzert musikalische Essenz eines ganzen Tages
Mitreißende Soli und suggestive Tutti, zierliche Barockklänge oder ein fetziger Rag: Die fünf Meister müssen sich keine Gedanken über spieltechnische Anforderungen machen, sondern können sich ganz dem Spaß an der Musik widmen. Und diese Freude steckte an. Das Konzert war ein hoher musikalischer Genuss und dabei ausgesprochen kurzweilig. Die Bläser machten aus dem Konzert eine Show. Als kabarettistische Einlage gab es die "ARD-Nachrichten".
Mit dieser gelungenen Kombination aus exzellent gespielter Blasmusik und Vergnügen hat sich Harmonic Brass in Amberg eine treue Fangemeinde erspielt. So war auch bei diesem Konzert die Paulanerkirche voll besetzt. Ein Höhepunkt folgte auf den anderen. Herrlich war Binders Komposition "One day of music", die dem Programm den Namen gab. Im Satz "Wecker weiter drücken" gaben Tuba, Posaune, Trompeten und Horn das Weckerklingeln, wurden immer lauter. Das Werk drang penetrant in den Schlaf, zerriss die dumpfe Seligkeit des Traums - und aus!
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Bach als Weckruf, Superman am Abend
Stürmisch gefeierte Bläser von Harmonic Brass bieten in einem Konzert musikalische Essenz eines ganzen Tages
Viel Humor bewiesen die Bläser bei "Mouse and Friends - die schönsten Kinderlieder". Alle Kinder im Saal bekamen Zettel und Stift, um die Lieder aufzuschreiben, die sie erkannten. Wer das Blatt abgab, nimmt an einer Verlosung teil. Prächtig war die Passage mit "Der Kuckuck und der Esel", als die Posaune laut "I-ah" schrie und die Trompete den Kuckuck entrüstet antworten ließ.
Lockeren Swing bot "A Tribute to Frank Sinatra", bei dem die raffinierte Instrumentierung vergessen machte, dass die Stimme von "Ol' blue eyes" fehlte. Das Publikum klatschte, bis Harmonic Brass als Zugabe Paganinis "Carnevale di Venezia" spielten. Manfred Häberlein legte ein atemberaubendes Tuba-Solo hin. Beifall und Bravo-Rufe spornten ihn an, immer noch schneller zu spielen, während das Publikum sich im Walzertakt wiegte.
Mit stürmischem Applaus feierten die Zuhörer die Bläser, bis sie "Thank you for the music" von Abba spielten, wofür ihnen die Musikliebhaber mit stehende Ovationen dankten.
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