Von (dpa) |
31.01.2012
| Netzcode: 3123442 | 101 Mal gelesen.
Potsdam
Erpresser droht: Tochter stirbt
Handy führt Fahnder zu dem Verbrecher
Potsdam. (dpa) Ein Jäger aus Sachsen-Anhalt hat laut Polizei einen Brandenburger Unternehmer erpresst. Er drohte damit, die zwölfjährige Tochter des Waffel-Fabrikanten zu erschießen und forderte 800 000 Euro.
Vier Tage dauerte der Nervenkrieg - dann schlugen die Beamten zu: Auf einem Parkplatz an der Autobahn 2 nahmen sie den 54-Jährigen aus der Nähe von Genthin fest.
Zu diesem Zeitpunkt habe der Arbeitslose eine SMS an die Opfer-Familie vorbereitet, berichtete Oberstaatsanwalt Heinrich Junker am Montag in Potsdam. Der Tatverdächtige habe vor dem Haftrichter ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er ist wegen versuchter räuberischer Erpressung in Untersuchungshaft.
Die Ermittler kamen dem Mann per Ortung seines Handys auf die Spur, obwohl der 54-Jährige mehrere Prepaid-Karten nutzte. Zunächst hatten sie jedoch einen Berliner in Verdacht. "Auf dessen Namen lief die Karte", so Polizeisprecher Rudi Sonntag. Dieser habe jedoch am Freitag seine Unschuld belegen können.
Unterdessen geriet der Jäger aus Sachsen-Anhalt zunehmend in das Visier der Ermittler. "Im Rahmen der Ermittlungen sind viele Telekommunikationsmaßnahmen getroffen worden", teilte Junker mit. Polizeidirektor Hans-Jürgen Mörke ergänzte: "Die taktische Ansatz der Handy-Ortung hat in diesem Fall den schnellen Erfolg sichergestellt."
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Potsdam
Erpresser droht: Tochter stirbt
Handy führt Fahnder zu dem Verbrecher
Rund um die Uhr waren täglich etwa 100 Beamte im Einsatz - und hefteten sich schließlich an die Fersen des Mannes. Sie beobachteten, wie er seine Wohnung verließ und auf die Autobahn fuhr. "Als klar war, dass wir es mit einem Einzeltäter zu tun haben, erfolgte der Zugriff", erklärte Hauptkommissar Frank Güldner. Unterstützung gab es von den Kollegen aus Berlin und Sachsen-Anhalt. Auch in Hamburg hätten sich Beamte bereit gehalten.
Im Wagen des Tatverdächtigen sei eine Schreckschusspistole gefunden worden, teilten die Ermittler mit. Zudem fanden sie Handschuhe und Hinweisschilder, mit denen der mutmaßliche Erpresser eine Art "Schnitzeljagd" organisieren wollte.
Sein Motiv waren wohl Geldsorgen. Nach rund vierjähriger Arbeitslosigkeit seien die Ersparnisse des früheren Bereichsleiters aufgebraucht gewesen. Der 54-Jährige lebt mit einer Frau und einem Kind zusammen. Sein Opfer kannte er nach Angaben der Ermittler flüchtig.
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