Von (dpa) |
28.01.2012
| Netzcode: 3121070 | 112 Mal gelesen.
Frankfurt/Main
"Didi" Thurau hintergeht Vater
Ex-Radprofi soll 39 900 Euro Geldstrafe zahlen - Querschnittgelähmt im Pflegeheim
Der frühere Radsportprofi Dietrich "Didi" Thurau soll wegen Untreue auf Kosten seines Vaters eine Geldstrafe von 39 900 Euro zahlen. Ein entsprechender Strafbefehl wurde am Freitag vom Amtsgericht Frankfurt erlassen. Der Sportler und Immobilienkaufmann soll eine Versicherungssumme von 49 000 Euro, die für seinen schwer verunglückten Vater bereitstand, für eigene Zwecke ausgegeben haben.
Thurau hatte sich am Morgen telefonisch aus seinem Wohnort in der Schweiz beim Gericht gemeldet und angegeben, er sei eingeschneit und könne nicht kommen. Gericht und Staatsanwaltschaft akzeptierten diese Erklärung jedoch nicht und einigten sich auf den Strafbefehl. "Über das Wetter kann man sich vorher informieren", hieß es.
Der betagte Vater des Radsportlers ist seit einem schweren Unfall querschnittgelähmt und muss in einem Pflegeheim leben. Um die Kosten decken zu können, erhält er von seiner Unfallversicherung vierteljährlich 15 000 Euro, die zunächst auf das Konto des Sohnes "treuhänderisch" überwiesen worden waren. Nachdem das Pflegeheim elf Monate lang kein Geld von Thurau erhalten hatte, nahm sich der Vater einen Anwalt. Dieser erstattete schließlich Strafanzeige gegen den Sohn und machte einen Schadenersatzanspruch gegen ihn geltend.
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"Didi" Thurau hintergeht Vater
Ex-Radprofi soll 39 900 Euro Geldstrafe zahlen - Querschnittgelähmt im Pflegeheim
Auch der als Zeuge geladene Vater und die Schwester Thuraus blieben am Freitag der Verhandlung unentschuldigt fern, so dass die Richterin und der Staatsanwalt mit zahlreichen Journalisten und Kameraleuten unter sich blieben.
Sollte der 57-Jährige mit der Strafe nicht einverstanden sein, müsste er Einspruch einlegen und dann persönlich zu einer weiteren Verhandlung nach Frankfurt kommen. "Didi" Thurau hatte 1977 bei der Tour de France für 15 Tage das Gelbe Trikot getragen.
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