Reaktion auf EU-Sanktionen: Regime nimmt aber Drohungen wegen Schließung der Straße von Hormus zurück
Die Sanktionen gegen den Iran haben diesmal schon im Vorfeld ihr Ziel erreicht. Nach dem erklärten Einfuhrstopp für iranisches Öl und der Sperrung der Konten der Zentralbank durch die EU ist der Markt in der Hauptstadt Teheran total durcheinander. Die nationale Währung Rial ist nur noch die Hälfte wert und deren Wirkung ist für die normalen Menschen bei jedem einfachen Einkauf schmerzlich spürbar. Außerdem droht dem Land eine militärische Konfrontation, sollte etwas Unüberlegtes am Persischen Golf passieren.
Vorsichtige Generäle
Die Regierung ist sich diesmal den möglichen Konsequenzen bewusst, daher versucht man auch mit Reaktionen vorsichtig zu sein. "Je mehr sie sich (die EU) in Richtung Sanktionen bewegt, desto mehr Hürden wird es bei der Beilegung des Nuklearstreits geben", sagt der iranische Vize-Außenminister Abbas Arakchi. Zwar will das Land seine Atomprogramme nicht aufgeben, aber laut Arakchi hält es "die Tür für wohlwollende Verhandlungen nach wie vor offen".
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Reaktion auf EU-Sanktionen: Regime nimmt aber Drohungen wegen Schließung der Straße von Hormus zurück
Auch die Drohungen, bei Ölsanktionen die Straße von Hormus am Persischen Golf zu schließen und somit einen wesentlichen Teil des internationalen Ölexports zu blockieren, werden leiser. Einige Abgeordnete, die noch davon reden, wurden von der Regierung zurückgepfiffen. "Dies sind individuelle Meinungen", sagt Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast. Auch Außenminister Ali-Albar Salehi stellt klar, dass "der Iran nie die Absicht verfolgte, die Straße von Hormus zu schließen". Auch die iranischen Generäle sind nun vorsichtiger. Noch am Anfang des Monats warnte Armeechef Ataollah Salehi, dass die US-Flugzeugträger nicht in den Persischen Golf zurückkehren sollten. "Wir sagen das nur einmal", hatte Salehi betont. Aber als der US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" am Wochenende in Begleitung britischer und französischer Kriegsschiffe in den Persischen Golf einlief, waren die Töne moderater. "Amerikanische Kriegsschiffe sind ja schon seit Jahren im Persischen Golf, das ist doch nichts Neues", sagte der Vize-Kommandeur der Revolutionsgarden, Hossein Salami.
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Reaktion auf EU-Sanktionen: Regime nimmt aber Drohungen wegen Schließung der Straße von Hormus zurück
Die Rolle des Präsidenten
Der Iran versucht nun die Gemüter zu beruhigen, indem es einem Inspektionsteam der internationalen Atomenergiebehörde am Ende des Monats die Einreise erlaubt. Damit will er auch beweisen, dass das Land an keinem geheimen Waffenprogramm arbeitet. Danach will Teheran schnellstens zurück an den Verhandlungstisch mit den Weltmächten. Nur nützt das alles wenig, wenn der Iran seine Urananreicherung - zumindest vorübergehend - nicht einstellt. "Das wird nicht passieren", sagt Außenamtssprecher Mehmanparast.
Ob die Sanktionen den Iran wirklich dazu bringen, die Urananreicherung einzustellen, ist eher unwahrscheinlich. "Wie würde dann (Präsident Mahmud) Ahmadinedschad dastehen, wenn jetzt gesagt wird einverstanden", sagt ein ausländischer Diplomat in Teheran. Das Atomprogramm ist seit Ahmadinedschads Amtsantritt 2005 - neben der Feindseligkeit mit Israel - ein Symbol seiner Präsidentschaft. "Ein Stopp des Atomprogramms bedeutet ein Stopp der Ära Ahmadinedschad, und das wird nicht passieren", sagt ein iranischer Journalist.
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