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Von Hans Klemm  |  25.01.2012  | Netzcode: 3116861  |  102 Mal gelesen.

Die Stimmung in der Truppe nähert sich dem Nullpunkt

Kommentar von Hans Klemm

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Soldaten-Frust. Karikatur: Tomicek
Wenn der Bundestag am Donnerstag über die Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes debattiert, dann liefert der Bericht des Wehrbeauftragten die entscheidenden Stichworte. Hellmut Königshaus stellte neben den altbekannten Schwächen in der Ausrüstung und einer sinkenden Zahl von Disziplinlosigkeiten ja vor allem eine Stimmung nahe dem Nullpunkt fest. "Hundsmiserabel" würde die Lage wohl am besten treffen.

Wundern muss das niemand. Die De-facto-Abschaffung der Wehrpflicht, die Schließung von Standorten und die Ungewissheit, in welche Kaserne denn die Versetzungen der nächsten Monate führen, schlagen auch dem diensteifrigsten Soldaten aufs Gemüt.

Noch kritischer wird diese Gefühlslage, wenn der nächste Auslandseinsatz ansteht. Zehn Jahre kämpft die Bundeswehr in Afghanistan. Neun Jahre hat die Politik gebraucht, um von "Krieg" zu sprechen. Noch länger braucht sie, um den Soldaten vernünftigen Schutz zu gewähren. Die Wirtschafts-Weltmacht Deutschland ist bei der Sanitätsversorgung ihrer Truppe auf die Hilfe der angeschlagenen Militär-Weltmacht USA angewiesen. Das macht dann doch etwas sprach- und fassungslos: Ein Land, das Hubschrauber weltweit für Polizei und Rettungsdienste produziert, lässt die eigene Truppe mit teils 40 Jahre alten "Mühlen" fliegen.

Königshaus hat diese Tatsache in seinen Bericht hineingeschrieben und dennoch dem Verteidigungsminister bescheinigt, sich um deutliche Verbesserungen zu kümmern. Dieses Lob ist selten. Thomas de Maizière hat es sich verdient. Durch unspektakuläre und harte Arbeit in schwerer Zeit.

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