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Von Karl Scheuerer  |  24.01.2012  | Netzcode: 3115313  |  117 Mal gelesen.

Verfrühter Jubel über Kroatiens Referendum zur EU

Kommentar von Karl Scheuerer

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Persischer Golf. Karikatur: Tomicek
"Ein Tag der Geschichte" sei die Entscheidung der Kroaten über den Beitritt zur EU, jubelten Brüsseler Diplomaten nach dem Ausgang des Referendums. Allerdings dürften die Feiern dazu etwas zu früh angesetzt gewesen sein.

Nur 43,6 Prozent der Kroaten gaben überhaupt ihre Stimme ab, was nicht unbedingt auf ein großes Interesse der Mehrheit der Bevölkerung an der Europäischen Union hinweist. Außerdem ist es zwar richtig, dass das Land an der Adria auf dem Weg zur Aufnahme in die EU viele Bemühungen unternommen hat, rechtsstaatliche Prinzipien zu erarbeiten. Doch reicht das längst nicht. Die Korruption ist immer noch allgegenwärtig, die Justiz weit von europäischen Standards entfernt. Dringend nötig sind auch Reformen der zentralistischen Wirtschaftspolitik, die bislang einseitig auf den Staat gebaut hat. Das Budgetdefizit hat 2011 sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Und das in Europas Schuldenkrise ...

Kein Zweifel: Kroatien - und auch Serbien - gehört nach Europa. Nach den unseligen Balkankriegen würden beide Staaten Teil der seit 60 Jahren währenden Friedensgemeinschaft. Die höchste Hürde dafür aber ist die gegenwärtige Euro-Krise: Wenn die nicht bald endet, wird kein weiteres Balkanland mehr Kroatien in die EU folgen wollen oder können.

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