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Von Frank Stüdemann  |  23.01.2012  | Netzcode: 3113637  |  104 Mal gelesen.

Desolate Republikaner bieten Obama eine zweite Chance

Kommentar von Frank Stüdemann

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Rummelplatz. Karikatur: Tomicek
Wenn man von Deutschland aus einen Blick auf das politische Geschehen in den USA wirft, so kann einem das ganze Prozedere der Vorwahlen und der Millionen teuren Werbe-Schlammschlacht durchaus suspekt vorkommen. Fakt ist aber, dass in kaum einem anderen Land der Welt ein Bewerber für das höchste Amt des Staates derart unter der Lupe der Öffentlichkeit landet. In mehreren TV-Debatten haben alle potenziellen Kandidaten ausreichend Gelegenheit, sich und ihre Positionen darzustellen. So kann das Wahlvolk sich immerhin einen Eindruck davon verschaffen, wer hier Barack Obama aus dem Amt jagen will.

Das Ergebnis der Vorwahlen in South Carolina zeigt nun aber in schönster Deutlichkeit das Dilemma der Konservativen in den USA - das der Partei und das der Wählerschaft. Mitt Romney (64), der auf Hochglanz lackierte interne Favorit, unterlag dem rustikalen Polter-Großmaul Newt Gingrich (68). Romney nimmt "Joe Average", der amerikanische Otto Normalverbraucher, übel, dass er reich ist und kaum Steuern zahlt. Da verzeiht man Gingrich lieber seine scheinbar recht laxe Auffassung von ehelicher Treue - ungewöhnlich für die meist ultrachristliche Basis.

Tatsächlich dürften den meisten Wählern die echten Alternativen fehlen, denn keiner der beiden Polit-Senioren hat bisher präsidiale Qualitäten unter Beweis gestellt. Freuen darf sich lediglich Amtsinhaber Obama, der eine zweite Amtszeit verdient hätte, um vielleicht doch noch als großer Präsident in die Geschichte einzugehen. Das Zeug dazu hat er noch immer.

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