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Alptraum auf dem Traumschiff
Mehrere Passagiere berichteten von Zuständen bei den Rettungsaktionen, es sei abgelaufen geradeso wie vor hundert Jahren bei der Eisbergkollision der legendären "Titanic". Natürlich konnte keiner wissen, wie es damals auf der Titanic ablief, doch sie kannten es größtenteils aus alten Filmen, besonders aber auch von Camerons nicht mehr ganz so neuen Film. Wie sich die Vorgänge auf havarierten Mega-Schiffen gleichen: Diesmal war es aber kein Eisberg, sondern Felsgestein unter Wasser und zum Glück nicht auf offenem Meer, sondern vor der Küste der Toskana. Der siebzig Meter lange Riss brachte diesen Ozeanriesen demnach zum Kentern.
Traumschiffe sind für gewöhnlich dazu da, Träume auszuleben, sich auf den Decks in der Sonne zu räkeln, in den azurblauen Swimmingpool zu springen, reizende Bekanntschaften zu machen, bei Cocktails der Bordkapelle zu lauschen, Landausflüge zu unternehmen, gelegentlich auch mal den Kapitän (Siegfried Rauch) in strahlend weißer Uniform zu treffen oder gar den Mann von der Late-Night-Show. Vom Schiffsuntergang vor hundert Jahren hat man gelegentlich ja auch gehört, doch kann man denn die Titanic von 1912 mit unseren heutigen zehnstöckigen Traumschiffen vergleichen. Ja - wo sind wir denn? Das hätte wohl so mancher Passagier der "Costa Concordia" vor dieser schrecklichen Havarie gedacht.
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