Verlängerung der Jagdzeit auf Rehe im Januar ergibt keinen Sinn
Den Artikel "Auf dem Hochsitz tat sich oft nicht viel" kommentiert der Vorsitzende der Kreisgruppe Amberg im Bayerischen Jagdverband:
Die Bayerischen Staatsforsten befürchten heuer, dass in manchen Teilen ihrer Waldgebiete übermäßiger Wildschaden, hervorgerufen durch Rehwild, zu erwarten ist. Aus diesem Grund beantragen sie eine Schonzeitverkürzung bzw. eine Jagdzeitverlängerung auf den 31. Januar für weibliches Rehwild und Kitze, welches der "Vermeidung von übermäßigen Wildschäden" dienen soll.
Aus der Lebensweise der Rehe ergibt sich, dass sie im Jahresverlauf unterschiedlich großen Nahrungsbedarf haben. In den Herbst hinein bereiten sich die Rehe mit einem mittleren Nahrungsbedarf auf den Winter vor, so wie es die Vegetation noch zulässt. Während die Rehe im Winter nur reinen Erhaltungsbedarf haben, liegt der Nahrungsbedarf im Frühjahr wesentlich höher.
Ein Bock hat während der Revierkämpfe im Frühjahr ungefähr das 1,6 fache an Bedarf gegenüber dem Winter. Eine führende Geiß liegt in etwa beim dreifachen. Ausschlaggebend ist natürlich der Nahrungsbedarf auch von der schwankenden Menge des Futterangebots. Je knapper das Futter in Relation zum Nahrungsbedarf, desto größer ist das Verbissrisiko. Daher würde es eigentlich Sinn machen, den Abschuss zur Zeit des höchsten Nahrungsbedarfs vorzunehmen. Im Januar, wo das Rehwild lediglich einen reinen Erhaltungsaufwand benötigt, ist deshalb das Verbissrisiko gar nicht mehr so hoch.
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21.01.2012
| Netzcode: 3113415 | 102 Mal gelesen.
Verlängerung der Jagdzeit auf Rehe im Januar ergibt keinen Sinn
Aber das lenkt eigentlich nur vom Thema ab. Fakt ist, dass auch die Bayerischen Staatsforsten in manchen Revieren den Abschussplan - aus welchen Gründen auch immer -nicht erfüllt haben. Vielen privaten Revierinhabern - dazu zähle ich mich auch - ergeht es schon seit Jahren so. Das Bayerische Jagdgesetz sieht eine Möglichkeit der Jagdzeitverlängerung unter Umständen vor. Sie wird von den Staatsforsten auch heuer wieder in Anspruch genommen, um "übermäßigen Wildschaden" zu verhindern. Ob dies in den zur Verfügung stehenden zwei Wochen gelingt, sei dahingestellt und mehr als zweifelhaft. Ich habe den Eindruck, dass es den Bayerischen Staatsforsten nur um die Vormachtsstellung gegenüber uns privaten Jägern geht, da eine Jagdzeitverlängerung in keiner Weise gerechtfertigt ist. Denn die Staatsforsten haben im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis von 63 Millionen Euro eingefahren. "Der Waldumbau hin zu stabilen Mischwäldern liegt im Plan; die waldbaulichen Vorgaben konnten wir erfüllen", so die Aussage von Dr. Rudolf Freidhager, dem Vorstandsvorsitzenden. Dies stellt doch einen klaren Widerspruch zur beantragten Verlängerung dar.
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Verlängerung der Jagdzeit auf Rehe im Januar ergibt keinen Sinn
Trotz des Wildreichtums in den längst zurückliegenden Jahren, von dem wir heute nur noch träumen können, entwickelte sich der Wald nur positiv, denn sonst wäre dieses Rekordergebnis nicht möglich gewesen. Doch leider fallen die Entscheidungsfinder beim Waldbau von einem Extrem ins andere.
Es ist an der Zeit, dass die Bayerischen Staatsforsten vom hohen Ross der Selbstgefälligkeit, dass sie die alleinigen Retter des Waldes sind, in die Niederungen der realen Tatsachen herabsteigen.
Manfred Rösch, 92224 Amberg
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