Von German Vogelsang |
14.01.2012
| Netzcode: 3104437 | 782 Mal gelesen.
Bei der Jagd auf Wulff ging so mancher Schuss daneben
Kommentar von German Vogelsang
Fleisch-Wulff. Karikatur: Tomicek
Dass der Bundespräsident sich vor allem wegen seiner wohl allzu humanen Kreditnahme in Niedersachsen in schwerer See befindet, darf man wohl ziemlich zielsicher vermuten. Ob aber der deutsche Journalismus in der Auseinandersetzung mit Christian Wulff unter besonders heftigem Vorantritt der BILD-Zeitung eine seiner Sternstunden erlebt, möchte man eher ein bisschen bezweifeln. Die Überheblichkeiten und heroischen Posen haben doch auf überraschende Weise zugenommen. Der Verzicht des Journalisten-Verbandes auf die Teilnahme am Jahresempfang des Bundespräsidenten gehört ganz sicher dazu.
Auch gewichtige Argumente, wenn deren Verfechter sich immer mehr in emotionale oder gar hysterische Dimensionen vorarbeiten, verlieren ihre Strahlkraft.
Wulff ist sicher nicht frei (gewesen) von Naivität und nicht frei von Schuld. Aber vielleicht gäbe es doch ein paar andere Möglichkeiten, sich an ihm abzuarbeiten, als die, mit denen in den vergangenen Tagen und Wochen zu Werke gegangen worden ist. Möglicherweise hat die bisweilen rabiate und verletzende Art mancher Medien nicht nur Christian Wulff, sondern auch das Amt beschädigt. Das sollten sich jene vor Augen halten, denen die Sorge um die Beschädigung des Amtes in der jüngsten Zeit so lauthals am Herzen lag. Die Medien, in Sonderheit die elektronischen, müssen ein wenig aufpassen, dass sie nicht ihren seriösen Anspruch verlieren.
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Von German Vogelsang |
14.01.2012
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Bei der Jagd auf Wulff ging so mancher Schuss daneben
Kommentar von German Vogelsang
Seit vergangenem Sonntag gab es "keinen freien Abend" - wenigstens eine Diskussionsrunde zum Thema musste sein, manchmal waren es sogar zwei. Da bewegen wir uns schon in den satirischen Bereich hinein, auch eine Form von Wasserstands-Berichterstattung. Dass wir Deutsche auf leicht rätselhafte Weise den kalten Charme der Selbstgerechtigkeit bis zur Besessenheit steigern können, ist nicht mehr völlig neu. Es ist dem Medien-Senior Fritz Pleitgen zu danken, dass in die Diskussionsrunden auch einmal ein etwas selbstkritischer Ansatz hineingekommen ist, der bis dahin zumindest im Fernsehen auf schmerzliche Weise vermisst worden ist.
Man hat den Eindruck, dass gegenwärtig ein bekanntes Bibelzitat auf den Kopf gestellt und in sein Gegenteil verkehrt worden ist: Wer ohne Schuld ist, der werfe den letzten Stein! Im Artikel fünf des Grundgesetzes ist die Unverzichtbarkeit der freien Presse (und damit auch des Fernsehens) verankert. Das bedeutet auch eine besondere Verantwortung. Die Jagd nach der hohen Trophäe ist unversehens leider etwas würdelos geworden.
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bravo bravo bravo...
und um so mehr da diese worte von einem vertreter des "deutschen presserates" kommen.
nochmal
bravo bravo bravo
Motto: keine Angabe
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