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Von Hanns-Jochen Kaffsack, dpa  |  12.01.2012  | Netzcode: 3102107  |  220 Mal gelesen.
Rom

Die Armen im Ferrari

Italien ist Zehntausenden von Steuerbetrügern auf der Spur

Italiens neuer Regierungschef mutet seinem Land einiges zu: Er spart, erhöht die Steuern und kürzt bei den Renten. Doch ein Werkzeug hätte Mario Monti noch, mit dem sich der Schuldenberg der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone in wenigen Jahren beseitigen ließe - mit einem effektiven Kampf gegen Steuerhinterziehung.

Die "Evasione" ist in Italien eine Art Volkssport vor allem von Besserverdienenden, die sich dem Finanzamt gegenüber ungerührt als arm deklarieren. Auf kaum fassbare 120 bis 130 Milliarden Euro schätzt der Chef des nationalen Steueramtes, Attilio Befera, die Summe dessen, was dem Staat jährlich an Einnahmen durch die Lappen geht. Monti hat dem Phänomen zwar den Kampf angesagt, und neue Instrumente sollen dafür her - doch wird er die Italiener umerziehen können?

Arm gerechnet



Reiche Arme oder arme Reiche, wie soll man sie nennen? Bei spektakulären Razzien im mondänen Dolomiten-Wintersportort Cortina d'Ampezzo förderten 80 angereiste Steuerinspektoren zum Jahreswechsel Erstaunliches zutage: Als sie 251 Besitzer von Ferraris und anderen Superboliden überprüften, gaben 42 von ihnen an, so eben über die Runden zu kommen mit ihren versteuerten 30 000 Euro brutto jährlich.

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