Nach dem Erfolg bei den Vorwahlen in New Hampshire übt der 64-Jährige schon für das Duell gegen Obama
Mitt Romney hat es in der Wahlnacht eilig. Schon eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale tritt er vor seine Anhänger und feiert seinen Sieg bei den Vorwahlen in New Hampshire. Strahlend und triumphierend zeigt sich der ansonsten als eher cool geltende Republikaner. Die Botschaft des frühen Auftritts ist klar: Seht her, niemand kann meinen Siegeszug gefährden!
Auch seine zweite Botschaft spricht Bände: Romney erwähnt seine republikanischen Konkurrenten bestenfalls noch im Vorbeigehen. Stattdessen nimmt er fast ausschließlich Barack Obama ins Visier, den "gescheiterten Präsidenten".
Der 64-jährige Ex-Gouverneur, Ex-Unternehmensberater und Multimillionär Romney hat nach seinem zweiten Vorwahlsieg kaum noch Zweifel: Wenn am 6. November in den USA ein neuer Präsident gewählt wird, kann Obamas Herausforderer nur einen Namen haben - Mitt Romney. Eine echte Überraschung ist der Ausgang der Abstimmung in New Hampshire mit seinen eher moderaten Wählern nicht, überraschend ist allerdings die Höhe. Rund 40 Prozent - die allermeisten Umfragen hatten ihm eine solche Traummarke nicht vorausgesagt.
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Nach dem Erfolg bei den Vorwahlen in New Hampshire übt der 64-Jährige schon für das Duell gegen Obama
Kein leichter Gegner
Romney auf der Siegesstraße? Tatsächlich scheint der Ex-Gouverneur aus Massachusetts kaum noch aufzuhalten zu sein. Zwar dürfte der nächste Wahlgang im konservativ geprägten South Carolina schwieriger ausfallen. Aber auch hier sehen ihn Umfragen vorn.
Tatsächlich haben sich die Wahlstrategen Obamas schon seit einiger Zeit auf Romney eingestellt. Sie wissen, dass er ein alles andere als leichter Gegner sein dürfte. Nach einer Studie des TV-Senders CBS könnte Romney sogar mit 47 zu 45 Prozent der Stimmen gegen Obama gewinnen. Im Weißen Haus dürften die Alarmglocken schrillen. Auch der Durchschnitt der Umfragen, wie ihn die Info-Plattform realclearpolitics.com errechnet, dürfte keine Beruhigung sein: Demnach liegt Obama mit gut 46 gegen 45 Prozent vorn.
Vollmundig und selbstbewusst versucht Romney in der Wahlnacht schon mal, die Themen im möglichen Showdown gegen Obama zu setzen. Er erzählt von der "Seele Amerikas", die er retten wolle, von den Chancen und Möglichkeiten in "God's own country", die Obama mit seiner vermeintlich europäisch-sozialistischen Politik verspielt habe.
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Nach dem Erfolg bei den Vorwahlen in New Hampshire übt der 64-Jährige schon für das Duell gegen Obama
Fast gibt sich Romney schon als Staatsmann, als wäre er schon im Weißen Haus angekommen. "Die Amerikaner wissen, dass unsere Zukunft heller und besser als diese schwierigen Zeiten sein kann", ruft er in die Mikrofone. "Wir glauben noch an die Hoffnungen, die Versprechen und den Traum Amerikas." Das klingt verheißungsvoll und nach Aufbruch zu neuen Ufern - fast wie Obamas Slogan vor vier Jahren.
Den Wahlstrategen im Weißen Haus ist klar: Es dürfte einen knallharten Richtungswahlkampf geben. Obama hat sich bereits selbst klar positioniert: Als Beschützer der kleinen Leute, der Geringverdiener und der Mittelschicht - all jener Menschen also, die seit geraumer Zeit mit erheblichen Einbußen kämpfen müssen, denen der "amerikanische Traum" außer Sichtweite geraten ist.
Romney, der Jobkiller
Dagegen steht die Strategie Romneys und der anderen Republikaner, die weiterhin auf Steuersenkungen, weniger Staat und den Markt als Allheilmittel setzen. Tatsächlich könnte hier die größte Schwäche Romneys liegen - des Ex-Unternehmensberaters und früheren Private-Equity-Mannes, der im Finanzsektor Millionen verdiente. So versuchte Romney bereits in New Hampshire, sich demonstrativ als Mann des Volkes darzustellen, der in seinem Leben auch wirtschaftliche Probleme kannte. Doch wirklich glaubwürdig sei das nicht, urteilt die "New York Times". "Je mehr Romney vorgibt, mit Millionen Amerikanern mitzufühlen, die wirtschaftlich zu kämpfen haben, umso weniger scheint er deren Verzweiflung zu verstehen."
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Nach dem Erfolg bei den Vorwahlen in New Hampshire übt der 64-Jährige schon für das Duell gegen Obama
Selbst Gegner aus dem Republikaner-Lager hatten in New Hampshire versucht, Romney als seelenlosen Geschäftsmann darzustellen, als "Job killer", der desolate Firmen aufkaufte, die Belegschaft nach Hause schickte und danach mit dem Verkauf Kasse machte. Allerdings: Sonderlich geschadet haben diese Attacken Romney offenbar nicht. Das Weiße Haus wird sich etwas einfallen lassen müssen - falls es tatsächlich auf Romney als Herausforderer hinausläuft.
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