Oberpfalznetz.de > Mitreden > Kommentare > Notfalls muss nur Kern-Europa die Finanzgeschäfte besteuern

Von Hans Klemm  |  11.01.2012  | Netzcode: 3100631  |  126 Mal gelesen.

Notfalls muss nur Kern-Europa die Finanzgeschäfte besteuern

Kommentar von Hans Klemm

Tomi_SW_Merkel_Sarkozy_Wulff.jpg
Alle Hände voll zu tun ... Karikatur: Tomicek
Mit 4,6 Billionen Euro bürgen die EU-Steuerzahler seit 2008 für den angeschlagenen Bankensektor. Seither diskutiert die Politik, wie sie denn die Märkte an einer Kostenübernahme beteiligen könnte. Eine "Finanztransaktionssteuer" für Umsätze etwa bei Wertpapiergeschäften von 0,1 Prozent soll die Zocker-Lust dämpfen und die Staatskassen entlasten. Zwei Milliarden könnten so alleine in den Bundeshaushalt fließen.

Könnten. Die Briten mit ihrem Mega-Finanzplatz London haben sich ausgeklinkt, Amerikanern und Asiaten halten eh nichts von staatlichen Eingriffen an ihren Geld-Umschlagplätzen. Die Franzosen kassieren diesen Obolus gerne, auch die Deutschen, träte da nicht die FDP als Gralshüterin des freien Kapitalverkehrs auf. Egal wie und mit welchen Ländern: Diese Steuer muss kommen, sie trifft die Kleinanleger nicht, sie beruhigt die Gemüter der aufgebrachten Steuerzahler, sie dämpft bei den täglichen Milliarden-Umsätzen auch die Lust aufs ungezügelte Spekulieren. Und das Argument, die Geldströme suchten sich dann andere Häfen, das ist eine Drohung mit stumpfer Waffe.

Schweizer und Liechtensteiner Banken haben sich hinter ihren Steuerflüchtlings-Anlagen auch lange versteckt und dann doch eingelenkt. Kern-Europa muss starten, damit die anderen folgen. Auch London und Washington brauchen zusätzliche Einnahmequellen. In den USA beginnt der Wahlkampf, dort nahm die "Occupy-Wall-Street"-Bewegung schließlich ihren Anlauf.

Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen

Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben:

Ihre E-Mail-Adresse:
Ihr Kennwort:

Noch nicht Mitglied im Oberpfalznetz?

Dann registrieren Sie sich hier!
Zum Artikel: Auch Hollande nährt die Illusion, es gäbe ein Allheilmittel

Auch Hollande nährt die Illusion, es gäbe ein Allheilmittel

Kommentar von Alexander Pausch

Der neue französische Präsident François Hollande ist scheinbar in der Offensive. Auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel war er umschwärmt. Doch wer meint, daraus eine Vorentscheidung für eine künftige mehr...

Ein Holzkopf im Wald

Kommentar von Joachim Gebhardt

Man kann sich nur ans Hirn fassen: Was muss das für ein Mensch sein, der gefährliche Nägel heimtückisch in Wald- und Spazierwegen versteckt? Ein echter Umweltschützer sicher nicht, auch wenn er mehr...
Zum Artikel: Stromspeicher entscheiden über das Gelingen der Energiewende

Stromspeicher entscheiden über das Gelingen der Energiewende

Kommentar von Hans Klemm

Dem neuen Bundesumweltminister Peter Altmaier ist zu wünschen, dass er über die Zahlen nachdenkt, die von der Deutschen Energie-Agentur stammen. Demnach soll im Jahr 2022, wenn alle Atomkraftwerke mehr...
Zum Artikel: Der Lackmustest für Zeils Pläne kommt erst noch

Der Lackmustest für Zeils Pläne kommt erst noch

Kommentar von Jürgen Umlauft

Martin Zeil hat Wort gehalten. Sein Entwurf für das künftige Landesentwicklungsprogramm (LEP) ist dünn wie keines seiner Vorgänger. Dem Rotstift des Ministers sind weit mehr als die Hälfte aller mehr...