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Berlin
Die große Verunsicherung
Gesetzliche Kassen berichten von mehr Rückkehrern aus der PKV - Beiträge steigen teils drastisch
Mit seinem Bericht "Flucht aus der Luxusklasse" entfacht der jüngste "Spiegel" einen Zahlenstreit. PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach weist die Darstellung des Magazins als "absurd und nachweislich falsch" zurück - denn mehr Versicherte wanderten von gesetzlichen zu privaten Versicherungen als umgekehrt. 2010 fiel die Bilanz demnach mit 74 500 Versicherten zugunsten der PKV aus, 2009 waren es noch 141 700. Auch 2011 habe die PKV einen positiven Saldo verbucht.
Doch richtig ist auch: Bei den Branchengrößen Barmer GEK und Techniker Krankenkasse (TK) gab es mehr Neuzugänge von den Privatkassen. Der Barmer GEK kehrten vergangenes Jahr 18 000 Mitglieder in Richtung PKV den Rücken. 27 600 kamen hinzu. Bei der TK kommt man unterm Strich auf 41 000 Neuversicherte bei 68 000 Zugängen von der PKV. Graalmann sagt: "Bei uns häufen sich die Anfragen von Privatversicherten, die zur AOK kommen wollen." Die PKV bekomme die Kosten nicht in den Griff. Ihre Ausgaben für Arznei oder Kliniken stiegen stark. Teils massive Beitragssprünge von 40 bis 60 Prozent brachten den Privatkassen zum Jahresende Negativschlagzeilen. "Wer sich mit Anfang 30 privat versichert, muss bis zum Rentenalter mindestens eine Verdreifachung der Beiträge einkalkulieren", sagt Ulrike Steckkönig, Gesundheitsexpertin der Zeitschrift "Finanztest". Von Anfang an müsse man sich über seine Finanzlage einigermaßen sicher sein. "Sonst sollte man tendenziell in der gesetzlichen Versicherung bleiben, denn für viele ist es sonst ein Weg ohne Rückkehrmöglichkeit." Bei Angestellten muss das Einkommen dazu mindestens ein Jahr unter die Versicherungspflichtgrenze von 50 850 Euro pro Jahr sinken. Selbstständige müssten überdies in ein Angestellten-Verhältnis wechseln. Eine Rückkehr in die GKV ist in der Regel aber nur bis 55 Jahre möglich.
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