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Oberhof
Partyschreck am Grenzadler
Wild-West in Oberhof: Ausgerechnet der Superstar Magdalena Neuner verballert den Staffelsieg
Oberhof. Die Partystimmung war gerade am Überschwappen, da sorgte ausgerechnet der Superstar, der als finaler Anheizer vorgesehen war, für ein abruptes Ende der Feierlichkeiten. Vier Mal musste Magdalena Neuner am Mittwoch beim Biathlon-Staffelrennen der Damen in Oberhof in die Strafrunde. 19 000 Fans verstummten.
Die zweifache Olympiasiegerin verballerte im Stehendschießen den schon sicher geglaubten Sieg. Und so gewann über die 4x6 Kilometer das russische Quartett (1:19,32 Stunden/13 Nachlader) vor Norwegen und Frankreich. Deutschland blieb nur Rang vier."Das ist nicht erklärbar", stammelte Cheftrainer Uwe Müßiggang nach der Wild-West-Schießerei Neuners am Grenzadler. Im Ziel brachte die Wallgauerin zunächst kaum etwas heraus. Nur etwas, was sie eigentlich nie sagen würde: "Das ist wirklich blöd, ich habe das total verkackt, anders kann man es nicht formulieren." Es sei einfach schade, weil die anderen drei ein wirklich gutes Rennen gemacht hätten. Dann verkroch sie sich zunächst, um später doch noch ihre Gefühle auf Schießbahn eins zu schildern: "Das gibts doch nicht", schoss ihr durch den Kopf. "Warum fallen die nicht? Irgendwann habe ich dann nur noch resigniert."
Mit ihrer Schießeinlage entwertete Neuner auch unfreiwillig die Leistung ihrer Kolleginnen. Vor allem Wackelkandidatin Sabrina Buchholz lieferte an Nummer drei bei der Staffel eine beeindruckende Vorstellung. "Dabei war ich vor dem Start so nervös wie selten zuvor", sagte die Lokalmatadorin aus Oberhof. Liegend ließ sie nur eine Scheibe stehen, stehend waren es zwei. "Beim letzten Schuss war ich schon gedanklich auf der Strecke." Kein Wunder, schließlich fühlte sie sich dort an diesem Abend richtig wohl. "Aber zum Ende hin musste ich schon richtig beißen."
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