Von Franziska Lorenz |
23.11.2011
| Netzcode: 3048151 | 401 Mal gelesen.
Von löchrigen Straßen und essbaren Meerschweinchen
Kuttel-Muddel: Das Angebot auf dem Fleischmarkt ist für Oberpfälzer erst einmal ungewöhnlich. Bilder: Franziska Lorenz (2)
Jetzt liegen meine ersten Tage in Peru schon einige Zeit hinter mir und mir kommt es vor, als wäre ich erst gestern am Flughafen in Lima angekommen: Als ich übermüdet, in einem unsicheren, vollgestopften Bus durch Limas nächtliche Straßen gefahren bin und alles für mich noch so aufregend und neu war. Seitdem habe ich einiges über das Land und die Menschen hier gelernt. Schon auf den ersten Blick fallen viele Unterschiede zu Deutschland auf. Die Häuser sind meist vergittert, um sie vor Einbrüchen zu schützen, und anstatt vieler großer, moderner Gebäude prägen meist kleine Geschäfte und Häuschen das Straßenbild.
Klapprige Autos
Mich faszinieren immer wieder aufs Neue die Straßen, die Autos und der gewöhnungsbedürftige Fahrstil der Peruaner. Die Straßen sind, wenn sie überhaupt geteert sind, meist löchrig, dreckig, mit offenen Schächten - und überall liegen die Hinterlassenschaften der herumstreunenden Hunde. Die Autos sind meist sehr alt und klapprig, selten findet man außer am Fahrersitz einen Sicherheitsgurt (der aber eigentlich auch nur angelegt wird, wenn die Polizei in Sichtweite ist). Kürzlich, auf dem Weg zur Schule, haben wir mit dem Taxi einen Fahrradfahrer gerammt. Und ich musste auch schon beobachten, wie ein kleines Kind angefahren wurde.
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Von Franziska Lorenz |
23.11.2011
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Von löchrigen Straßen und essbaren Meerschweinchen
Auch das Schulsystem unterscheidet sich wesentlich vom deutschen. Da der Staat hier zu wenige Schulplätze zur Verfügung stellen kann und die Zustände in vielen öffentlichen Schulen nicht unbedingt gut sind, schicken viele Eltern ihre Kinder auf teure Privatschulen, meist mit kirchlichem Träger. Ich selbst besuche eine katholische Privatschule. Um die großen sozialen Unterschiede zu verbergen, tragen hier alle Schuluniformen und gegen die Läuse müssen alle Schüler ihre Haare entweder ganz kurz oder geschlossen tragen.
Anstatt in zwei Halbjahre ist das Schuljahr hier in vier Bimester unterteilt, an deren Ende jeweils in allen Fächern Examen geschrieben werden. Nach der sogenannten Inicial, die in etwa vergleichbar mit dem deutschen Kindergarten ist, besuchen die Kinder sechs Jahre lang die Primaria bis sie dann für weitere fünf Jahre auf der Secundaria lernen.
Die Menschen hier sind, bis auf wenige Ausnahmen, sehr offen und herzlich mir gegenüber und helfen mir immer, wenn ich etwas nicht verstehe oder mich nicht auskenne. Jeder hier fragt immer, wie die "kalten, gefühllosen Deutschen" denn wirklich sind und ob es stimmt, dass wir so viel arbeiten. Außerdem musste ich schon mehrmals erklären, dass Bonn nicht die Hauptstadt Deutschlands ist und die Mauer nur noch in Teilen, und wenn dann nur zur Besichtigung steht.
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23.11.2011
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Von löchrigen Straßen und essbaren Meerschweinchen
Mangelware Wasser
In den ersten Tagen musste ich mich auch erst einmal an die Lebensmittel hier gewöhnen. Fast täglich gibt es Reis, vor allem mit Huhn und Kartoffeln. Die Vielfalt an Obst scheint schier unendlich zu sein und meist ist der Geschmack kaum vergleichbar mit importierten Früchten, wie es sie in Deutschland gibt. Neulich war ich zusammen mit meiner Gastmutter auf dem Fleischmarkt und auf meine Frage, ob hier alle Märkte so aussehen, meinte mein Gastvater, dass ich noch einen der sauberen gesehen habe. An den einzelnen Ständen hängen ungekühlte, ganze, gerupfte Hühner, Meerschweinchen samt Zähnen und Innereien und überall kann man Füße und alle möglichen Sachen kaufen.
Weitaus schwieriger war für mich aber die Umstellung, dass es hier entweder viel kaltes oder wenig lauwarmes Wasser in der Dusche gibt. Der Preis für Wasser ist hier im Allgemeinen ziemlich hoch und es wird recht viel Chlor hineingemischt. In dem Viertel, in dem ich wohne, gibt es ab ca. 7 Uhr kein Wasser mehr, und da mein Haus außen keinen Wassertank besitzt, muss ich, wenn ich meine Zähne putzen will, Wasser aus der Regentonne holen. Am Anfang musste ich mich erst daran gewöhnen, dass man danach nicht mehr auf die Toilette gehen kann und dass hier kein Klopapier in die Toilette geworfen werden kann, ohne dass man alles überschwemmt.
Aber trotz allem: Ich habe in der kurzen Zeit bis jetzt schon einiges über Peru und die Peruaner gelernt. Und ich werde noch viel lernen, die Kultur entdecken und ein bisschen herumreisen. (Zur Person)
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Warum eigentlich Peru? Tja, antwortet Franziska Lorenz, "ich weiß es ehrlich gesagt selbst nicht wirklich". Ist aber auch egal, jetzt, wo sie schon mal da ist. Für knapp ein Jahr lebt die 16-Jährige aus Dießfurt (Kreis Neustadt/WN) in der peruanischen Stadt Huancayo. mehr...
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Warum eigentlich Peru? Tja, antwortet Franziska Lorenz, "ich weiß es ehrlich gesagt selbst nicht wirklich". Ist aber auch egal, jetzt, wo sie schon mal da ist. Für knapp ein Jahr lebt die 16-Jährige aus Dießfurt (Kreis Neustadt/WN) in der peruanischen Stadt Huancayo. mehr...
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