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17.11.2011  | Netzcode: 3042493  |  251 Mal gelesen.

Millionenfund in Budapest

Aktuelle Doppelausstellung (20. November bis 26.
Aktuelle Doppelausstellung (20. November bis 26. Februar) mit Grafiken und Gemälden von August Brömse (1873-1925), einem der wichtigsten deutschböhmischen Künstler, in Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Arbeiten seiner Urenkelin Kathrin Brömse (*1970).
Die Geschichte klingt nach einem Märchen. Wer hätte nicht schon mal davon geträumt, in seinem speicher das verschollene Werk eines Piccasso, Gauguins oder meinetwegen auch Lüpertz zu entdecken. In etwa so erging es einem Regensburger, der nicht genannt werden möchte. 2009 brach er nach Budapest auf, um in dortigen Antiquitätenhandlungen nach einem zahlbaren, großen Gebirgslandschaftsbild fürs Wohnzimmer zu suchen. „Er fand dieses Bild für den Preis eines Tourenfahrrads“, zeigt Dr. Wolfgang Schörnig, kommissarischer Leiter des Kunstforums Ostdeutsche Galerie (KOG) auf den neuen Star unter seinen Bildern. „Als es in Regensburg gesäubert wurde viel dem Restaurator ein R und die Zahl 1827 auf.“

Der Sammler brachte das Bild ins KOG zu Dr. Gerhard Leistner. „Unser Romantik- Experte hatte die gleich so eine Ahnung, es könnte sich um Ludwig Richter handeln – um ein Werk, das seit seinem Tod 1886 verschollen war.“ Eine Expertise aus Dresden bestätigte: „Das ist es, kein Zweifel, und auch noch im Originalrahmen aus den Wiener Werkstätten von etwa 1850.“ Das wandfüllende Exponat hing beim Künstler bis zu dessen Tod in der Wohnung, anschließend sei es wohl nach Budapest gekommen.

Trotz vieler Angebote anderer Museen sei der Leihgeber dem KOG treu geblieben: „Wir mussten uns verpflichten, den Namen nicht zu nennen, dann könne das Werk in Regensburg bleiben.“ Wie wertvoll das Gemälde des romantischen Dresdners ist, zweigt ein Vergleich: „Ein weitaus kleineres, weniger bedeutenderes Bild wurde kürzlich für 1,4 Millionen Euro versteigert“, strahlt Schörnig, „hier handelt es sich aber um DAS Werk der deutschen Spätromantik – dazu kommt, dass sich sonst keine Richter-Bilder im Handel befinden.

Durch den inzwischen eintretenden Medienhype fühlt sich der Hausherr dennoch in keinster Weise in Versuchung geführt, über mögliche Gewinne nachzudenken: „Wir geben nicht ab, wir sind ja keine Kunsthändler“, verweist Schörnig auf die unschätzbaren Werte im Haus. Der seltene Fall eines Flohmarkt-Fundes bringt allerdings inzwischen immer mehr TV-Sender auf den Plan: „Von ARTE bis RTL, alle wollen über den Sensationsfund berichten.“ (jrh)

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