Jahnsinn
Endlich wieder Türöffner
|
| Flucht nach vorn in die Zukunft. |
Endlich wieder Türöffner
Regensburg. (jrh) Das mittelfristige Ziel von Sportchef Franz Gerber heißt Zweite Bundesliga: "Da gehört eine Stadt wie Regensburg hin. Aber im Moment sind wir sehr zufrieden." Die Dritte Liga sei sportlich spannend und im Fernsehen attraktiv präsentiert. Nur die Relation der TV-Gelder stimme nicht: "750 000 Euro für uns, fünf Millionen für die Zweite Liga, das kann's nicht sein!"
Die Stimmung bei St. Pauli, Freiburg & Co zeichnet sich durch kreative Fans aus. Von einem Hexenkessel bei Heimspielen ist der Jahn aber noch weit entfernt. "Ich mache in den Kneipen immer die Erfahrung, dass sich jeder für den Jahn interessiert, ihn aber dann keiner unterstützt." Bei St. Pauli habe Gerber die Erfindung des Piratenkults miterlebt. "Das kam von den Fans und hat Sympathie ausgelöst." Da müsse der Verein künftig die Fans stärker unterstützen, aber bisher sei man hauptsächlich mit dem Erhalt der Lizenz beschäftigt gewesen. "Mit unserer Manpower, sechs Leute arbeiten in der Geschäftsstelle, können wir uns auch nicht zerreißen - Hansa Rostock hat im Abstiegsjahr von 80 auf 60 Mitarbeiter reduziert."
Auf der Suche nach dem ultimativen Geschäftsmodell setzt Gerber ganz auf fußballerische Tugenden: "Ich war 16 Jahre Profi, danach Trainer und Manager. Meine Meinung ist, Vereine müssen von Leuten geleitet werden, die von Fußball eine Ahnung haben. Ich kann ja auch nicht hergehen und Chefredakteur werden, ohne jemals eine Zeile geschrieben zu haben." Allzu oft mache ein sportfremder Präsident oder Manager die Strategie zur Chefsache. Dann könne man nur hoffen, dass das Geld reiche, so wie bei vielen der wohlhabenden Vereine. "Ich hole mir die besten Spieler und einen Top-Trainer, das ist ja keine Kunst."
Seine sportliche Heimat hat der Ex-Bayer in Regensburg gefunden: "Eine tolle Stadt ist, wo es sich gut leben und wohnen lässt, und immer was los ist." In seiner aktiven Zeit habe er nur das Stadion zu Gesicht bekommen. "Man kam aus München zum Fußballspielen, und war gleich wieder weg." Schade sei nur, dass der Jahn viele Jahre fußballerisch im Dornröschenschlaf versunken sei. "Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, ein seriöser Partner zu werden." Inzwischen komme auch positives Feedback von der Wirtschaft. "Zu Beginn war das anders, da war der Jahn eher ein Türschließer."
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben:
Noch nicht Mitglied im Oberpfalznetz?
Dann registrieren Sie sich hier!zum Thema
























