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Von Jürgen Herda  |  17.11.2011  | Netzcode: 3042457  |  270 Mal gelesen.

Kunst-Schiff nimmt Kurs auf die Donau-Kulturen

donumenta-Gründerin Regina Hellwig-Schmid möchte ihr Kultur-Netzwerk erweitern und vertiefen - Veranstaltungsschiff mit Ausstellungen

Regina Hellwig-Schmid, Leiterin des Festivals
Regina Hellwig-Schmid, Leiterin des Festivals donumenta in Regensburg. Bild: dpa
Über 1000 Künstler, Musiker, Filmemacher, Theaterleute, Literaten und Wissenschaftler aus der Ukraine, der Slowakei, Österreich, Kroatien, Moldawien, Ungarn und Serbien hat Regina Hellwig-Schmid in neun Jahren nach Regensburg geholt. Jetzt, da der Glanz auch international auf Regensburg zurückfällt, erklärt die donumenta-Erfinderin das Projekt für abgeschlossen. "Wir führen die donumenta als anderes Format weiter."

Donau-Loop 2012



"Ich war von Anfang an so angetreten, die Donauländer nach und nach zu präsentieren", erklärt die Vorsitzende des "donumenta Regensburg e.V.", "diese Mission ist erfüllt, und sie hat gezeigt, welches Potenzial in den Ländern liegt." Dass man aufhören soll, wenn es am Schönsten ist, findet die Künstlerin trotzdem nicht: "Jetzt wäre es wichtig, diese Länder zu vernetzen und zu grenzüberschreitenden Aktionen zu bewegen." Natürlich sei auch schon bisher ein Netzwerk an Kontakten entstanden. "In den Westen möchten alle, das bedarf keiner großen Anstrengung. Jetzt würden wir uns freuen, wenn die Künstler aus Ungarn, der Slowakei und der Ukraine gemeinsam in ihren Heimatländern aktiv würden."

Dennoch, ein Schlussstein fehlt Hellwig-Schmid noch, falls die Finanzierung geschultert werden könne: "Bisher ist es gelungen, das Potenzial jeweils eines Landes zu zeigen. Für eine Abschlussveranstaltung 2012 würden wir gerne jeweils eine Persönlichkeit aus einem der Länder zusammenführen, um einen großen Loop zu schlagen." Große Hoffnung setzt die blonde Kunst-Aktivistin in die Donau-Strategie der EU: "Mich freut außerordentlich, dass hier Länder von der Peripherie dazugekommenen sind, die mir wegen ihrer lebendigen Kunstszene besonders am Herzen liegen und die wir nicht berücksichtigen konnten - Bosnien-Herzegowina, Slowenien oder Montenegro, aber auch Tschechien."
Regina Hellwig-Schmids unkaputtbare Geldbomben:
Regina Hellwig-Schmids unkaputtbare Geldbomben: Die Künstlerin lässt den Inbegriff einer neuen Wertschöpfung von Kolleginnen gestalten und auf Reisen gehen: In Europa fehlen nur noch Zypern und Malta. Bild: Herda


"Brücken bauen, die es noch nicht gibt", möchte Hellwig-Schmid, und wo das architektonisch und auch politisch zu lange dauert, da möchte sie mit einem mobilen Brückenschlag nachhelfen: "Mir gefällt die Metapher vom Schiff als geistiger Brücke, das unterwegs ist, um Menschen und Kulturen zusammenzubringen." Die Idee findet sich bereits im Evaluierungsstadium: "Ursprünglich wollten wir unser eigenes Schiff, aber das ist nicht zu realisieren", erklärt die nautische Visionärin, "derzeit schauen wir uns verschiedene Veranstaltungsschiffe an, die man mieten kann."

Für eine EU-Finanzierung der schippernden Kultur benötigt Hellwig-Schmid drei interessierte Länder, die mitziehen. "Ich stelle mir das so ähnlich vor wie die musikalischen Begegnungen, die Hubert von Goisern bei seiner Rhein-Main-Donau-Fahrt für die Kulturhauptstadt Linz initiiert hat, nur dass eben auch Ausstellungen, Filme, Lesungen und Theater dort stattfinden würden." Die Kultur-Diplomatin sucht dabei immer auch den Kontakt zu den Behörden: "Man braucht die Vertreter der Kulturinstitutionen, weil die einzelnen Künstler nicht die Strukturen haben, um Ausstellungen auf internationalem Niveau zu organisieren."

Trauerspiel in Ungarn



Dass sich die politischen Voraussetzungen für den Kulturaustausch in einigen Ländern verschlechtert hätten, sei kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: "Was in der Ukraine derzeit passiert oder in Ungarn mit dem Presserecht, ist ein Trauerspiel", kritisiert Schmid-Hellwig. "Man muss die Kultur mobil machen, auf die Straße zu gehen. Es ist wichtig, dass wir alle ein Zeichen setzen, weil die einzelnen dort nicht die Kanäle haben, um nachhaltig auf ihre Belange aufmerksam zu machen."

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