Vom Relaunch einer Galerie
"Art Affair" an der Schnittstelle von Kunstvermittlung und Kunstmarkt - Neuausrichtung auf Design und funktionale Skulptur
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| Synchronität der Hände: Galerieleiterin Nadja Plagens auf funktionaler Skulptur vor dem Werk "Zeit" des russischen Künstlers Alexander Timofeev. Bild: Herda |
Die Kunst der Kopie
"Wir planen einen Relaunch der Galerie im nächsten Jahr," blickt die gebürtige Rosenheimerin in die nahe Zukunft. "Wir möchten unseren Schwerpunkt in Richtung Design und funktionale Skulpturen an der Schnittstelle zur Kunst verlagern."
Ihre Perspektive erweiterte die Kulturwirtin beim Studium in El Paso, in Wien sattelt sie gerade noch "Curatorial Studies" drauf, also die Wissenschaft von der Kunst der Ausstellung. Aktuell zeigt die private Galerie in der Neuen-Waag-Gasse noch bis 31. Dezember Werke von Alexander Timofeev, Claudia Rogge, Michaela Hanke, Jürgen Krall und Peter Bohn unter dem Leitmotiv "Reproducible?"
Dürfen Künstler also kopieren, zitieren, vermengen oder sollten sie nicht besser Ungesehenes erfinden? "Man darf analysieren, kommentieren, reflektieren", meint Nadja Plagens, "es muss nur klar werden, worauf Bezug genommen wird." Weil aber nicht jeder Betrachter wissen kann, was hier gerade zitiert wird, brauche zeitgenössische Kunst eben auch Vermittlung.
Ein Auftrag, den die private Galerie Ernst nimmt, auch wenn es dafür keine öffentliche Förderung gebe: "Wir hatten zwei Jahre einen ästhetisch-philosophischen Salon mit Dr. Helmut Hein", erinnert die Galeristin an die Gesprächsrunden über Kunst, Gott und die Welt, einem Ideenaustausch zwischen Künstlern, Galeristen und Laien. "Ein Hingucker war natürlich die Veranstaltung zu Andy Warhol, da kamen auch viele junge Leute, vor allem Studenten."
Künstlergespräche
Aber auch regelmäßige Künstlergespräche mit den Ausstellern, würden vom Publikum gut angenommen: "Ralf Koenemann etwa spricht da sehr konkret über seine Techniken, wie lange der Prozess dauert von den ersten Strichen, die er in einer Stunde auf die Leinwand wirft. Dann steht sie ein paar Tage rum, ohne dass etwas geschieht, bis er wieder weiterarbeitet."
Manche Künstler würden einen Dialog in Gang setzen, andere seien hochtechnisch: "Wir versuchen zu moderieren. Wir stehen als Vermittler zwischen Künstler und Betrachter."
Weitere Informationen im Internet:
www.art-affair.net
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