Kemnather Mittelschüler nehmen Biogas-Anlage in Augenschein
Kemnath/Schwandorf. Eigentlich war es für uns Schüler wie ein Tag länger Ferien, denn wir - die Klassen 8b und M8 der Mittelschule Kemnath mit unseren Lehrern Christiana Zaglmann und Hubert Seeliger - durften gleich am ersten Tag nach den Pfingstferien eine Fahrt zur Biogasanlage der Eon Bayern AG nach Schwandorf unternehmen.
Mit orangefarbenen Warnwesten wurden die Schüler "schick" gemacht. Dann ging es auf eine interessante Besichtigungstour durch die Biogas-Anlage. Bild: hfz
Eon hatte uns als Teilnehmer des Projekts "Zeitung macht Schule" zu diesem Besuch eingeladen.
Bei schönstem Wetter begrüßte uns Franz Völkl, ein Mitarbeiter von Eon Bayern, vor der Anlage und kleidete uns erst einmal mit leuchtend orangen Warnwesten ein. So konnten uns die Fahrer der emsig auf dem Gelände hin- und her rollenden Betriebsfahrzeuge rechtzeitig erkennen.
Geruchsintensiv
Nach einer kurzen Einweisung im Kontrollgebäude begann die Führung durch die weitläufige Anlage. Schon am intensiven Geruch merkten wir, wo wir waren. "Des stinkt ja ganz schöi!", bemerkte deshalb auch ein Bub aus der 8b.
Fast 300 Bauern aus der Umgebung von Schwandorf "opfern" einen Teil ihrer Anbauflächen, um die Biogasanlage mit Rohmaterial - Gras und Mais - zu versorgen. In riesigen Fahrsilos, von denen jedes etwa 15 000 Kubikmeter Silage fasst, wird das biologische Grundgut gelagert, um dann als "Futter" für die Gewinnung von Biogas zu dienen. In anschaulichen Worten brachte uns Herr Völkl die Abläufe in der Anlage nahe.
08.11.2011
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Kemnath/Schwandorf
Energie aus Gras und Mais
Kemnather Mittelschüler nehmen Biogas-Anlage in Augenschein
So manches Detail wollten die Mittelschüler schon ganz gerne etwas genauer in Augenschein nehmen. Bild: hfz
Spaß machte auch die große Waage, mit der das Grüngut gewogen wird. Besonders als sich Herr Seeliger mit darauf stellte, stieg unser "Gesamtgewicht" nicht unerheblich an.
Wichtig, so Franz Völkl, sei für Eon Bayern natürlich auch der Umweltgedanke. Die Anlage erzeugt beim Vergären von Gras und Mais nicht mehr Kohlenstoffdioxid, als die Pflanzen vorher aus der Luft beim Wachstum aufgenommen haben. In riesigen Fermentern und Gärbehältern verbringt die Biomasse mehrere Wochen, bis sie entsprechend "ausgelaugt" ist.
Wieder abholen
Das übriggebliebene Trockenmaterial können die Bauern zum Düngen ihrer Felder wieder abholen. Die beim Gärprozess entstehende Wärme wird nicht in die Umwelt abgegeben, sondern zum Betrieb der Biogasanlage verwendet.
In einer großen Filteranlage werden die entstehenden Gase - Methan und Kohlenstoffdioxid - getrennt und das Methan wird in das Ferngasnetz der Eon Bayern eingespeist. Interessant war für uns auch die Tatsache, dass alle von der Firma Schmack Biogas GmbH erbauten Biogasanlagen von der Zentrale in Schwandorf aus gesteuert werden können.
Ein Blick in die Schaltzentrale zeigte uns, wie wichtig heute der Einsatz von Computern ist.
So waren wir uns am Ende einig: Wir hatten uns nicht nur einen Unterrichtstag mit Mathe, Deutsch und Englisch erspart, sondern auch noch viel über eine umweltfreundliche Art der Energieerzeugung gelernt.
Klasse 8b der Mittelschule Kemnath (Kreis Tirschenreuth), Schuljahr 2010/2011
Bei unserem Besuch in der Biogasanlage in Schwandorf wurde uns am Ende der Besichtigung die Reinigung des entstandenen Biogases zu Bioerdgas sehr anschaulich erklärt.
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