Von Marielouise Scharf |
24.10.2011
| Netzcode: 3013069 | 405 Mal gelesen.
Amberg
Der Hamam des Hagen Rether
"Liebe" im Kongresszentrum - Auf der Bühne über Amberg hergezogen
"Schön, mal wieder in Bayern zu sein", sagt Hagen Rether am Samstagabend in einem sehr gut besuchten ACC. Er sei früher angereist, um sich die Stadt auch anschauen zu können. Nach kurzer, rhetorischer Pause fällt er sein knappes Urteil: "Toll! H & M und C & A, Fielmann und Tchibo, genau wie in Straubing, Flensburg oder überall in den Fußgängerzonen der Republik. Nichts Typisches. Die Leute kaufen halt. Und die Kirche am Marktplatz? Viel zu riesig. Innen ist sie grau und menschenleer und außen wirft sie viel zu große Schatten." So richtig lustig sei das alles nicht.
Drei Stunden Programm
Gut schaut er aus, der Mann mit dem gepflegten Haarschwanz im Nacken und dem maßgefertigten, grauen Anzug, der Mann, der so über Amberg herzieht. Wäre er nicht Kabarettist, wie man ja weiß, dann könnte er auch als Manager, Model oder Megaverdiener durchgehen. Jedenfalls ist ihm was Elegantes, Erfolgreiches auf den Leib geschrieben. Und erfolgreich ist er ja auch, der nonchalante Essener. Ausgezeichnet mit hochkarätigen Trophäen, wie Prix Pantheon oder Scharfrichterbeil, begeistert er landauf, landab sein Publikum.
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Von Marielouise Scharf |
24.10.2011
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Amberg
Der Hamam des Hagen Rether
"Liebe" im Kongresszentrum - Auf der Bühne über Amberg hergezogen
Wie er das macht, ist unvergleichlich. Drei Stunden lang sitzt er auf einem bequemen Bürostuhl. Die Beine mal rechts, mal links übereinander gelegt. Dann fletzt er sich auch mal lässig hin oder er greift nach der Flasche Wasser, die auf dem Boden steht. In die Tasten seines Flügels, der sich genauso poliert und glänzend präsentiert wie der Pianoplauderer, greift er eher selten. Aber wenn, dann unvergleichlich sanft. Und sanft wie Seifenschaum im Hamam verabreicht er auch sein Ganzkörper-Programm. Planvoll und ohne Hast, voller Sarkasmus, Ironie und Angriffslust, nimmt er das Weltgetriebe auseinander.
Die Stimme ist leise, das Gesagte laut wie Donnerhall. Mischt er noch Klavierakkorde zu den bitterbösen Bemerkungen, dann prickeln die Poren, öffnen sich die Ohren, stellen sich die Haare auf und dann wird's richtig gemein. Mit wachem Verstand durchleuchtet er das Falsche und Fiese unserer Welt. Politik, Religion, Gesellschaft, er kennt die Macher und Mitläufer, die Täuscher und Blender. Er nennt sie beim Namen, beobachtet sie im kugelsicheren Papamobil und schickt sie am liebsten fort ins Dschungelcamp.
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Amberg
Der Hamam des Hagen Rether
"Liebe" im Kongresszentrum - Auf der Bühne über Amberg hergezogen
"Nicht rumlabern"
Seine verbale Rubbelmassage auf dem heißen Stein wird zur Tortur für bequemes Denken und Nichtstun. "Einfach machen und nicht rumlabern", so will es Hagen Rether. Und er knetet tief bis dorthin, wo es richtig weh tut, um im Anschluss gleich wieder munter und virtuos auf der Klaviatur der Seele zu klimpern. So watteweich unter Zynismus-Schaumkronen verpackt, wurde das Publikum schon lange nicht mehr von oben bis unten durchgewalkt, wurden Traditionsborniertheit, Gutmenschentum und Medienmacht öffentlich gegeißelt und Promis an den Pranger gestellt. Rether ist ein Großer seiner Zunft. Er hat eine persönliche Haltung, die er konsequent vertritt und er hat einen eigenen Stil, den er mit Ausstrahlung, Charme und Souveränität überzeugend demonstriert. In Amberg hat er dazu noch eine Menge Fans, die sich mit Riesenapplaus für diesen gelungenen Abend bedankten, der übrigens mit dem Titel "Liebe" überschrieben war.
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Die Frage, ob rot oder weiß, erübrigte sich: Wegen heftiger Turbulenzen auf dem Flug von Paris nach Nürnberg stellten die Stewardessen der Air France den Service an Bord ein - und damit auch den Ausschank französischen Weins. Dabei wäre ein Gläschen davon ein passender Abschluss des viertägigen Besuchs einer Stadtratsdelegation in Périgueux gewesen.
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Fangprämien für Ärzte: Klinikums-Vorstand kritisiert die "pauschalen Anschuldigungen"
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