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Glosse
Täter mit
weißer Weste
Als gestern die Meldung von einem Känguru in Neumühle die Runde machte, überschlugen sich die Gedanken. Was ist, wenn das Albino-Tier einfach auf die Straße hüpft und einen Unfall verursacht? Würde die Polizei dem Autofahrer tatsächlich glauben oder an eine übertriebene Medikamenten-Dosis denken?
Zum Glück war das Tier bescheiden und trieb sich rund um den Reitplatz herum, vermied es sogar, einen der Supermärkte aufzusuchen. Die dortigen Waren hätten ohnehin nicht dem Beute(l)-Schema von Kängurus entsprochen. Denn sie fressen lieber Blätter und trinken den Saft von Wurzeln. Beides fand das Männchen auf dem Reitplatz, wo es auf einen Sprung vorbeischaute und sich so wohlfühlte, dass es stundenlang blieb.
Die Polizisten, die sich an die Fersen des Ausreißers hefteten, waren schnell zum Zuschauen verurteilt, denn die üblichen Befehle wären im Nichts verpufft: Halt, stehen bleiben! Hände hoch! Beine auseinander! Ihre Papiere, bitte! Und: Haben Sie was getrunken? Das komplette Einmaleins der Polizei war in diesem einen Fall völlig fehl am Platz.
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