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Von (ly)  |  23.08.2011  | Netzcode: 2933775  |  540 Mal gelesen.
Neustadt am Kulm

Wenn Scherben für Freude sorgen

Dr. Hans Losert gräbt wieder am Rauhen Kulm

Neustadt am Kulm. (ly) "Das ist ein fantastischer Fund", freut sich Dr. Hans Losert über ein simples Stück Keramik. Was den Experten an diesem Stück so fasziniert, ist die Verzierung mit Wellenband und Punkten. Der Archäologe kann sie deshalb eindeutig in die karolingische Zeit datieren.

Eine Studentin möchte von Losert wissen, warum er sich so über Funde aus dem frühen Mittelalter freut. Der Privatdozent an der Uni Bamberg erklärt, dass er ein Forschungsprojekt mit einem Kollegen aus Wien hat, das das frühe Mittelalter in der Oberpfalz und den umliegenden Regionen zum Thema hat.

Seit 2003 kommt Losert an den Kulm. Die ersten beiden Jahre grub er in Mockersdorf, danach direkt am Kulm. Immer war es sein Ziel, der Erde die Geheimnisse der Vergangenheit zu entlocken. Auch in diesem Jahr fanden die zehn Studenten, die am Kulm graben, bereits Überreste aus fast allen Epochen. Von der Jungsteinzeit bis zur Neuzeit ist etwas dabei. Besonderes Glück hatte Nadja Fröhlich. Die Studentin fand am Dienstag ein Webschwertchen und ein großes Eisenmesser. "Es ist absolut selten, dass wir hier so etwas finden . . .", staunt und schwärmt Losert.

Freude über Spinnwirtel



Auch über eine Spinnwirtel freut er sich am Mittwoch. Nicht, dass diese selten ist. In dieser Grabungskampagne ist es schon die dritte, die zwischen den Basaltbrocken auftauchte, und in einer vorhergehenden waren es gleich sieben an einem Tag. Aber das Gesamtbild über das Leben in der Vergangenheit am Kulm wird immer deutlicher. Jetzt ist Losert sich sicher, dass die Menschen am Kulm fest siedelten und viele Frauen dort lebten, denn Wollespinnen war eine typische Frauenarbeit. Ein unscheinbares Kreuz auf der Spinnwirtel, die Christiane Henzel fand, verrät die genaue Datierung: das 13. Jahrhundert. Damals hatten die Drehscheiben Radkreuze in der Oberfläche, die sich in der Keramik abdruckten.

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Kommentare
Meine Meinung
Peter Staniczek  |  08.09.2011 23:31 Uhr

Hochinteressanter Bericht, schade, dass er in der Vohenstraußer Ausgabe nicht erschienen ist. Nur gut, dass die Kommunikation in der Arbeitsgemeinschaft Archäologie und Ehrenamt im Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab (ca. 25 Mitglieder) so gut funktioniert, dass auch der Landkreis-Osten mit einschlägigen Nachrichten versorgt wird.

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