Amberg
Es gibt nicht nur Autos in Amberg
Der ADFC vermisst in der Tiefgaragen-Debatte den Blick auf die Radler: Nachholbedarf
Amberg. (eik) "Wer im Auto sitzt, fährt dort hin, wo er am bequemsten einkaufen kann - und das ist sehr oft die Peripherie Ambergs, nicht die Innenstadt." Insofern kann Karl Wellnhofer, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), nachvollziehen, "dass der Einzelhandel die autogerechte Nutzung der Innenstadt als geradezu überlebenswichtiges Kriterium ansieht". In der Debatte um eine neue Tiefgarage auf dem Bürgerspital-Areal fehlt ihm aber eines: Das Bewusstsein, "dass es neben den Autofahrern auch Fußgänger oder Radfahrer gibt."
"Das heftige Eintreten" der Park- und Werbegemeinschaft (PWG), speziell ihres Vorsitzenden Andreas Raab, für mehr Autoparkplätze - sei es mit der Unterschriftensammlung, sei es beim CSU-Ortstermin (AZ berichtete) - hatte laut Wellnhofer "immer das eine Ziel: noch mehr Autos in die Innenstadt, noch mehr Parkplätze, egal wo oder wie". Dem ADFC sei sehr wohl bewusst, "dass Einkäufer aus dem Amberger Umland eher selten das Fahrrad benutzen, um nach Amberg zu kommen". Trotzdem vermisst Wellnhofer sowohl bei Raab als auch bei allen anderen, die sich an der Debatte beteiligten, ein Wort dazu, dass es in Amberg nicht nur Autofahrer, sondern auch Fußgänger und Radler gibt. Wellnhofer wirft deshalb in die Garagen-Debatte auch diesen Hinweis ein: "Jeder Radfahrer ist ein fahrendes und ein geparktes Auto weniger in der Innenstadt."Auch deshalb fordere der ADFC "brauchbare und logische Radverkehrs-Verbindungen, und nicht mal da ein paar Hundert Meter Radweg, mal dort eine Radverkehrs-Führung, dazwischen dann Hindernisparcours oder Lücken": "Wir brauchen Verkehrsverbindungen, die lückenlos sind und entsprechend sicher."
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