Von Josef Maier |
19.08.2011
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München
Uli Hoeneß und seine zwei Gesichter
Die Pause war beim Spiel in München viel interessanter als die 90 Minuten auf dem Platz
München. Unten jubelten die Spieler, oben rieben sich die Bosse die Hände. Den Jackpot von 20 Millionen Euro haben die Bayern geknackt. So viel ist der Einzug in die Gruppenphase der Champions League vorerst einmal wert. Unvorstellbar, dass die Schweizer vom FC Zürich mit der Leistung, die sie beim 0:2 in München anboten, das Ding am Dienstag noch drehen könnten.
Geschafft: Arjen Robben (links) erlöste die Bayern mit dem 2:0. Aber der Holländer war mit dem Auftritt der Münchner gegen den FC Zürich überhaupt nicht zufrieden. Bild: dpa
Und so war ein mögliches Scheitern nach der Partie bei den Bayern nur ein kleines Randthema. Zunächst ging es auch nicht direkt um die 90 Minuten auf dem Rasen. Das geheimnisvolle Pausengeschehen wurde rekonstruiert. "Nein, Uli Hoeneß hat nichts gesagt", murrte Philipp Lahm. Es wurde vermutet, dass der Bayern-Präsident in der Halbzeit in die Kabine gestürmt sei und den Spielern die Leviten gelesen habe. Er sei in der Kabine gewesen, aber nicht bei den Spielern, sagte Lahm noch. "Unsere Kabine ist sehr groß."
Nach dem 1:0 ausgeruht
Arjen Robben wollte zunächst nicht darüber reden, was dafür sprach, dass etwas vorgefallen war. Dann sprach er geheimnisvoll von Emotionen, die es in der Halbzeit gegeben habe. Ein Wutausbruch des Ex-Managers? Hoeneß hatte schon in der ersten Hälfte auf der Tribüne getobt.
20 Millionen Euro zu verlieren, wäre auch für die Bayern fatal. Nach dem frühen 1:0 (8.) von Bastian Schweinsteiger trieb die lasche Gangart der Gastgeber dem Präsidenten die Zornesröte - die der dunkelsten Ausprägung - ins Gesicht. "Wir haben uns nach dem 1:0 ausgeruht", beschrieb es Manuel Neuer. Die Bayern waren jederzeit Herr der Lage, aber ihr Spiel war nie voller Herzblut. "Zeitweise waren wir überhaupt nicht aggressiv nach vorne", klagte Arjen Robben, der mit seinem 2:0 (72.) vor 66 000 Zuschauern wenigstens für Ruhe im Bayern-Betrieb sorgte. Der Holländer sah aber als einer der wenigen die Leistung kritisch: "Wir müssen uns unbedingt verbessern, sonst wird diese Saison ganz schwierig."
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München
Uli Hoeneß und seine zwei Gesichter
Die Pause war beim Spiel in München viel interessanter als die 90 Minuten auf dem Platz
Den Bayern ergeht es im Spätsommer 2011 wie einem Häuslebauer, der in erster Linie darauf schaut, ein gutes Fundament zu schaffen, der aber noch nicht weiß, wie sein Haus einmal aussehen soll. Schöne Offensivaktionen gab es kaum. "Wir haben zu Null gespielt. Das ist sehr wichtig", meinte Schweinsteiger. Und auch alle anderen verwiesen auf den eigenen, sauberen Kasten. "Wir haben endlich gespielt, wie wir wollten", tat der Kapitän kund.
Pech hatten die Münchner bei einem Pfostenschuss Franck Ribérys (60.). Einige Chancen vergaben sie kläglich. Wie Lahm (53.). Nur zwei Minuten vorher hatte Mario Gomez den Bluthochdruck von Uli Hoeneß fast unters Stadiondach gejagt. Aus sieben Metern den Ball vorbei zuschießen, war schwerer, als zu treffen. "Ich habe im Abschluss noch nicht das Glück", meinte Gomez. Sportdirektor Christian Nerlinger nahm's nicht tragisch. Er fand den Auftritt in Ordnung: "Die Schweizer sind mit dem 2:0 gut bedient." Und holte zu einem Rundumschlag aus: "Wir sollten schon ein bisschen die Erwartungshaltung senken."
Auf einmal völlig entspannt
Ob er damit auch Uli Hoeneß gemeint hat? Der spazierte nach dem Spiel total entspannt aus der Arena. Nein, sagen wolle er nichts. Und aus seinem Lächeln war zu lesen: Er hatte wohl schon in der Pause in der Kabine die richtigen Worte gefunden.
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