Von (cr) |
16.08.2011
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Altenstadt/WN
Klassenkamerad mit Fell
Setter "Pax" verbringt zwei Tage die Woche in der Mittelschule Altenstadt
Altenstadt/WN. (cr) "Dem Hunde, wenn er gut gezogen, wird selbst ein weiser Mann gewogen," schrieb Johann Wolfgang von Goethe. Warum also nicht mal einen Hund in der Schulklasse einsetzen? Die Lehrerin Anke Schraml-Michl hat es an der Mittelschule Altenstadt/WN seit den Osterferien in ihrer 7. Klasse mit 18 Schülern probiert.
Setter "Pax" ist der Star im Klassenzimmer.
Star der Klasse ist "Pax", ein vier Jahre alter English Setter. An zwei Schultagen war er im Einsatz. Dienstag standen bei Pax sechs Stunden auf dem Stundenplan - na ja, nicht ganz, denn nach der Pause haben er und sein Frauchen eine Freistunde. Da wird ein wenig frische Luft geschnappt.
Es ist schon beeindruckend: Wenn der neue "Mitschüler" durchs Schulhaus tänzelt, glätten sich die Minen gestresster Schüler, der Lärm verstummt, alle schenken ihm ein Lächeln oder eine Streicheleinheit, und Pax genießt es sichtlich. Und da gibt es auch noch die Lehrerinnen, die ab sofort an beiden Schultagen ein Leckerli für den Schulhund in der Handtasche mitbringen.
Den Weg zum Klassenzimmer kennt er, heute steht an der verschlossenen Tür: "VIP - Ich bin heute da! Klopfen und Warten bis jemand aufmacht!" Es ist merkwürdig ruhig, ob die Klasse noch in der Pause ist? Die Tür geht auf, und 24 Siebtklässler sitzen mit erwartungsvollen Blicken an ihren Bänken. Pax wedelt freudig mit dem Schwanz, läuft durchs Zimmer.
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Altenstadt/WN
Klassenkamerad mit Fell
Setter "Pax" verbringt zwei Tage die Woche in der Mittelschule Altenstadt
Intensiv vorbereitet
Lehrerin Anke Schraml-Michl mit ihrem Hund Pax: Inzwischen sind alle in der Klasse ein eingespieltes Team. Bilder: cr (5)
"Ist es immer so ruhig bei euch?", fragt der Zeitungsautor erstaunt, und die Kinder nicken. "Wir wollen doch unseren Hund nicht nervös machen, noch nie musste er seit seinem Klasseneintritt in der Ruhebox verschwinden!", meinen sie. Bevor Pax das erste Mal in die Klasse kam, berichtet Anke Schraml-Michl, wurden die Kinder rund drei Wochen intensiv auf ihn und den Umgang mit ihm vorbereitet.
Es gab Regeln: Im Zentrum steht der Wert "Rücksicht". Nicht nur auf den Hund, sondern nun auch im Umgang untereinander. Das war gar nicht so einfach, schließlich wurde die Klasse im September aus mehreren Orten zusammengewürfelt. Nach fünf Wochen hatten sich Pax und die 18 Schüler aneinander gewöhnt. Hinter dem Einsatz steht ein pädagogisches Konzept. Täglich arbeitet die Lehrerin mit dem Hund daran. Sie besuchte Fortbildungen und übers Wochenende ein Seminar mit dem Thema "Mein Partner mit der kalten Schnauze". Bevor Pax das erste Mal die Schule betrat, musste eine Menge Vorarbeit geleistet werden: Zustimmung des Rektors, Diskussion mit den Kollegen, Zustimmung der Eltern. Der English Setter steht zudem unter ständiger Kontrolle eines Tierarztes, unterliegt einer sorgfältige Gesundheitskontrolle. Impfungen, Entwurmung und Schutz gegen Flöhe müssen sein. Allergien bei Kindern wurden beachtet.
Schulküche tabu
Für die Schule gibt es einen verbindlichen Hygieneplan, tabu sind für den Hund die Schulküche und alle WCs. Im Klassenzimmer besitzt Pax eine eigene Liegedecke. Und wenn es ihm wirklich mal zu laut wird, kann er sich in eine Ruhebox verziehen.
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